Sanierung der Höfe – Bauarbeiten im Pilotprojekt laufen
Gebäude in der Schillerstraße wird entkernt - Fenster sollen im Januar eingebaut werden

Die Gebäude in der Schillerstraße 7 und 9 werden von der Neuland als Pilotprojekt modernisiert.Foto: Oliver Fricke
Wolfsburg. Wann geht es im Quartier der Höfe mit der Modernisierung weiter? Die Sanierung der denkmalgeschützten Höfe in Wolfsburgs Stadtmitte ist seit rund neun Jahren ein Dauerthema in der VW-Stadt. Explodierende Kosten bei der Fenstersanierung ließen das Projekt der Neuland Wohnungsgesellschaft ins Stocken geraten.

Nachdem im vergangenen Herbst 2024 endlich eine Einigung mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde des Landes Niedersachsen bekanntgegeben worden war, soll zunächst ein Pilotprojekt umgesetzt werden. Dieses war im Sommer angelaufen. Die Anwohner in den historischen Gebäuden fragen sich, wann es in ihren Häusern losgeht. So auch Thomas Becker, der im Rat der Stadt die Einwohnerfragestunde für sein Anliegen nutzte.

Becker wohnt seit mehr als 40 Jahren im Quartier aus der Gründerzeit der Stadt und ist auch Vorsitzender des Sanierungsbeirats der Höfe. „Ich habe dieses Amt seit sechseinhalb Jahren aber in der Zeit gab es keine nennenswerte Sanierung”, sagte er. Becker erwarte von der Neuland und der Stadt Wolfsburg bis zum Frühjahr 2026 einen Masterplan. Es müsse erkennbar sein, wann und in welchem Ausmaß die Höfe saniert werden sollen.

Er appellierte an den Aufsichtsrat der Neuland, in dem auch Vertreter aus dem Ratsrund vertreten sind, einer umfassenden Sanierung im Frühjahr 2026 zuzustimmen. Seit 85 Jahren gebe es Mieterlöse in den Gebäuden, die sich daher nach Meinung Beckers schon dreimal amortisiert hätten. In Richtung Verwaltungsvorstand fragte er nonchalant: „Was geht eigentlich ab und wie geht´s weiter in den Höfen?“

Stadtbaurat und Erster Stadtrat Kai-Uwe Hirschheide erinnerte in seiner Antwort daran, dass Anfang 2025 eine Lösung gefunden wurde, wie mit den denkmalgeschützten Fenstern umgegangen werde. „Das war ein wesentlicher Punkt, der mit der Denkmalpflege abgeklärt werden musste. Das ist vollzogen.“

In einem Mustergebäude in der Schillerstraße fänden gerade Sanierungsarbeiten statt. Eine genaue Zeitplanung könne er aktuell noch nicht bekanntgeben. Die zeitlichen Perspektiven für das gesamte Quartier würden sich durch gewonnene Erkenntnissen des genannten Pilotprojekts ergeben.

Das Quartier der Höfe befindet sich quasi in Umarmung deutscher Dichtergrößen. Es wird von Lessing- und Schillerstraße im Westen und Osten sowie von Goethe- und Heinrich-Heinestraße im Süden und Norden umrahmt. Die Neuland hat hier 1234 Wohnungen, also rund ein Zehntel ihres gesamten Bestandes.

Wie laufen die Arbeiten in besagtem Pilotprojekt an der Schillerstraße? Das Gebäude ist durch einen Baustellenzaun abgesichert. Zum Teil sind Fenster geöffnet und im Hinterhof stehen ein Bagger und ein Container um Bauschutt aufzunehmen. Aktuell laufen in diesem Gebäude in der Schillerstraße 7-9 Entkernungsarbeiten.

„Diese Woche werden alle Schadstoffe entfernt sein und zum Beginn des nächsten Jahres sollen alle Geschossdecken freigelegt sein, sowie die Trennwände abgebrochen“, teilte Hans-Dieter Brand, Sprecher der Neuland-Geschäftsführung auf Anfrage mit.

Ab der vierten Kalenderwoche im Jahr 2026 sollen die Fenster eingebaut werden, sodass die Innenputzarbeiten beginnen können. „Danach werden die Geschossdecken aufgearbeitet, der Trockenbau und die Installationen vorgenommen. Der Plan ist, dass das Gebäude in 2026 fertig gestellt wird“, erläutert Hans-Dieter Brand.

In dem Gebäude befinden sich zwölf Wohnungen. Bereits im Herbst 2024 hatte die Neuland angekündigt, dass in dem Pilotprojekt erprobt werden soll, wie Wohnungen in Abstimmung mit der Denkmalbehörde zusammengelegt werden könnten: Zwei kleinere Wohnungen sollen zu einer neuen verschmelzen. Aus zwölf werden künftig sechs Wohnungen.

Kleinere 2-Zimmer-Wohnungen machen rund die Hälfe des Neuland-Bestandes in den Höfen aus. Die neuen Wohnungen wären mit einer Fläche von rund 100 Quadratmeter doppelt so groß und sollen zusätzlich noch einen Balkon bekommen. Das habe aber nicht zur Folge, dass alle kleineren Wohnungen verschwänden, hieß es.

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