Größter Kokainfund:
Polizei fasst Drogenbande aus Wolfsburg
Die Beamten entdeckten zwölf Kilogramm der Drogen. Verdächtigt werden fünf Männer.

„Kriminellen Strukturen keinen Raum lassen“: Polizei und Staatsanwaltschaft haben in Wolfsburg einen Drogenring zerschlagen.symbolFoto: Christian Charisius
Wolfsburg/Braunschweig. Erfolgreicher Schlag gegen den Drogenhandel: Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Dienstag, 16. Dezember, fünf Verdächtige in Wolfsburg festgenommen. Dazu entdeckten die Beamtinnen und Beamten rund zwölf Kilogramm Kokain – nach Behördenangaben der bislang größte Fund dieser Art im Raum Wolfsburg-Braunschweig. Und schon in der Woche zuvor schlugen Ermittler bei einer Drogenrazzia im Kreis Gifhorn zu.

Die Gruppe aus Wolfsburg steht laut Staatsanwaltschaft Braunschweig im Verdacht, „in erheblichem Umfang mit Kokain gehandelt zu haben“. Direkt zu Beginn der Durchsuchungen nahmen die Beamten dabei den Hauptverdächtigen sowie den sogenannten Bunkerhalter fest. Die mutmaßlichen Mitglieder sind 19 bis 32 Jahre alt. Zwei von ihnen (32 und 28) befinden sich demnach in Untersuchungshaft, die anderen drei wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen vorerst freigelassen.

Abgesehen von den Verdächtigen und dem Kokain entdeckte die Polizei in den durchsuchten Wohnungen umfangreiches Verpackungsmaterial, Einweghandschuhe, ein Vakuumiergerät, Bargeld und verschiedene Kommunikationsmittel. „Mit diesem Einsatz gegen die Organisierte Kriminalität zeigen wir, dass wir kriminellen Strukturen keinen Raum lassen“, sagt Braunschweigs Polizeipräsident Thomas Ring. „Solche Maßnahmen sind ein wichtiger Erfolg für die Strafverfolgungsbehörden und stärken zugleich das Vertrauen der Bevölkerung in unsere Arbeit.“

Auch der Leiter der Zentralen Kriminalinspektion Braunschweig äußert sich zufrieden: „Der heutige Einsatz zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreich und entschlossen wir gegen den organisierten Drogenhandel vorgehen“, sagt Christian Priebe. „Dank der akribischen Ermittlungsarbeit konnten wir die größte Menge an Kokain, die je in unserer Region gefunden wurde, aus dem Verkehr ziehen und mehrere Tatverdächtige festnehmen.“ Die Ermittlungen gegen die fünf Männer dauern an.

Schon wenige Tage vor dem Wolfsburger Großeinsatz hatten Polizei und Staatsanwaltschaft Hannover im Rahmen eines umfangreichen Ermittlungsverfahrens im Drogenmilieu zugeschlagen. Am Donnerstag, 11. Dezember, vollstreckten Einsatzkräfte mehrere Durchsuchungsbeschlüsse in der Region Hannover sowie in den Landkreisen Gifhorn und Celle. Vorausgegangen waren monatelange Ermittlungen des Zentralen Kriminaldienstes Hannover gegen zwei Männer im Alter von 29 und 30 Jahren, die im Verdacht stehen, gewerbsmäßig mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen gehandelt zu haben. Konkrete Hinweise auf eine bevorstehende Drogenübergabe führten schließlich zum Zugriff.

Gegen 13.50 Uhr am 11. November nahmen die Beamtinnen und Beamten auf einem Parkplatz an der Hansastraße in Ronnenberg (südlich von Hannover) einen 29-jährigen Tatverdächtigen bei einer mutmaßlichen Übergabe fest. In seinem Fahrzeug stellten sie rund 3,6 Kilogramm Marihuana, Bargeld, Schlüssel und mehrere Mobiltelefone sicher. Das Rauschgift war zuvor von einem 25-Jährigen übergeben worden, der ebenfalls vorläufig festgenommen, später jedoch wieder entlassen wurde. Der 29-Jährige wurde dem Amtsgericht Hannover vorgeführt, das auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft anordnete.

Im Anschluss durchsuchten Einsatzkräfte weitere Objekte: In einer Wohnung in Ronnenberg fanden sie unter anderem rund vier Kilogramm Kokain, etwa 400 Gramm Haschisch, 1,5 Kilogramm Marihuana sowie mutmaßliches Streckmittel, Feinwaagen und Verpackungsmaterial. Weitere Funde gab es in Hannover-Badenstedt, einem Café in Hannover-Limmer sowie bei Durchsuchungen in Schwülper und Celle. Insgesamt beschlagnahmte die Polizei neben großen Drogenmengen auch Bargeld, elektronische Datenträger und szenetypische Utensilien. Die Ermittlungen dauern an, zudem wurden mehrere weitere Verfahren wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und das Konsum-Cannabis-Gesetz eingeleitet.

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