Spatenstich für Wolfsburgs
ersten Megawatt-Speicher
Cubos realisiert Projekt mit 4,5 Megawattstunden Kapazität

Erster Spatenstich: LSW-Geschäftsführer René Lange (v.l.), Cubos-CFO Albrecht Kindler, Oberbürgermeister Dennis Weilmann, Wolfsburg AG-Vorstand Thomas Krause und Cubos-CEO Marc Wille griffen symbolisch zur Schaufel.Foto: Britta Schulze
Wolfsburg. Noch ist auf der unbebauten Fläche im Wolfsburger Gewerbegebiet Heinenkamp nicht viel zu erkennen. Doch binnen eines halben Jahres soll Wolfsburgs erster Megawatt-Speicher dort in Betrieb gehen. Das Unternehmen Cubos investiert laut CEO Marc Wille einen kleineren einstelligen Millionen-Euro Betrag in die 4,5 Megawattstunden fassende Speicheranlage. Mit ihr können rund 400 Einfamilienhäuser versorgt werden.

„Mit dem Batteriespeicher investieren wir gezielt in eine zukunftsfähige Energieinfrastruktur am Standort Wolfsburg“, sagt Lange. Gleichzeitig gehe es auch um Arbeitsplätze. Die Anlage wird voraussichtlich aus zwei mit Batterien bestückten Containern sowie einer Trafostation bestehen. Sie wird auf einem firmeneigenen Grundstück errichtet. In dem Speicher wird überschüssige Energie aus dem Stromnetz gespeichert. Wird wieder Energie im Stromnetz benötigt, wird sie wieder eingespeist. Was wiederum die Versorgungssicherheit erhöht. Gleichzeitig sorgen solche Speicher für mehr Netzstabilität, da sie auch Spitzen auffangen können. Genau in diesen Feldern sieht Lange auch den Business-Case für Stromspeicher. Wobei die Anlage in Wolfsburg zu den kleineren Speichern zählt.

Sie dient daher vor allem auch als Referenz- und Demonstrationsprojekt. Ziel sei es, Batteriespeicherlösungen skalierbar, wirtschaftlich und netzdienlich in das Energiesystem zu integrieren. Lange sieht auch Anwendungsfälle für die vergleichbar kleine Anlage, die jetzt in Wolfsburg errichtet wird. So könnten solche Batteriespeicher beim THW, der Feuerwehr oder der Polizei dezentral für Versorgungssicherheit sorgen.

„Eine leistungsfähige und resiliente Energieinfrastruktur ist eine zentrale Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts“, erklärte Oberbürgermeister Dennis Weilmann beim ersten Spatenstich für die Anlage. Versorgungssicherheit und Netzstabilität spielten dabei eine immer wichtigere Rolle. Dass der größte Batteriespeicher der Region

Cubos realisiert und plant dieses Speicherprojekt komplett in Eigenregie und finanziert es ohne Fördermittel. Innerhalb eines halben Jahres soll die Anlage stehen und Anfang des vierten Quartals in Betrieb gehen. Noch ist aber unklar, mit welchem Energieanbieter der Speicher betrieben wird.

Bevor ein Energiespeicher überhaupt realisiert werden kann, ist eine Genehmigung durch den Netzbetreiber vonnöten. Der muss prüfen, ob im Stromnetz genügend Energiekapzität für einen solchen Speicher vorhanden ist. Im Falle des Wolfsburger Speichers hat dies die LSW übernommen. Bei größer dimensionierten Anlagen sind dann überregionale Netzbetreiber wie Tennet gefragt. LSW-Geschäftsführer René Lange berichtet von deutschlandweit vielen Anfragen zum Thema Batteriespeichern. Es gebe viele Interessen, die in diesen Bereich investieren wollten. Aufgabe von Netzbetreibern, wie der LSW sei es sicherzustellen, dass diskriminierungsfrei darüber entschieden wird, ob eine solche Anlage möglich sei. Teils sei die Nachfrage in Deutschland derzeit höher als die Netzkapazitäten, erklärt Lange.

Cubos sieht das Thema Batteriespeicher als wichtigen Baustein in seinem Gesamtangebot. Das Wolfsburger Unternehmen unterstützt andere Firmen bei Planung, Umsetzung und Betrieb komplexer energietechnischer Systemen. Diese Expertise soll in Zukunft auch Projektentwicklern, Stadtwerken und Energieversorgern angeboten werden. In Ostfriesland plant das Wolfsburger Unternehmen zum Beispiel eine Batteriespeicheranlage mittlerer Größe samt Schnellladepark und Photovoltaikanlagen.

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