Zum Hintergrund: Weltweit gibt es nur 150 Drei-Sterne-Restaurants – das „Aqua“ in Wolfsburg gehört dazu. Spitzenkoch Sven Elverfeld ist von Anfang an dabei (Eröffnung der Autostadt und des The Ritz-Carlton war im Jahr 2000) und wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet. Seit 2009 hat das „Aqua” ununterbrochen drei Guide Michelin-Sterne – das ist die höchste Auszeichnung, die ein Restaurant bekommen kann. Sven Elverfeld gilt nicht nur als einer besten Köche Deutschlands, sondern auch als kulinarisches Aushängeschild von Wolfsburg und Autostadt. Von seinen Qualitäten haben sich tausende Wolfsburger in den vergangenen 25 Jahren bereits überzeugt.
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Aber Sven Elverfeld ist nicht nur ein international anerkannter Spitzenkoch, sondern auch ein erfolgreicher Ausbilder: So hat er etwa Jan Hartwig ausgebildet, der mit dem „JAN“ in München selbst ein
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Drei-Sterne-Restaurant führt. „Seine Schüler erobern die Welt – und tragen seine Werte weiter", heißt es dazu im Michelin-Feature 2024. In dem Jahr wurde er mit dem Mentor Chef Award ausgezeichnet. Seine ehemaligen Schüler haben bisher laut The Ritz-Carlton selbst insgesamt 24 Michelin-Sterne errungen.
Bis zur Schließung am 21. März 2026, betont The Ritz-Carlton, bleibe das „Aqua“ für Gäste wie bisher geöffnet. Sven Elverfeld und sein Team würden ein einziges, kuratiertes Acht-Gänge-Menü servieren, das der Spitzenkoch seinen Lieblingsprodukten widme: Dazu gehörten Süßwasserfische wie die Forellen vom Hof Behn, Carabinero als sein bevorzugtes Krustentier sowie das Onglet – ein Premium-Steak vom Rind. Am 21. März 2026 findet der offizielle Abschiedsabend für geladene Gäste statt. Wichtig: Seine Zusammenarbeit mit dem Restaruant S.E.A. an Bord der „Evrima“, einer Yacht des The Ritz-Carlton, setze Elverfeld fort.
Sven Elverfeld selbst sagt: „Ein Lebenswerk endet – damit ein Lebenstraum entstehen kann." Er wolle den Lebenstraum seiner Ehefrau Saskia unterstützen: Sie hat das Wolfsburger Parkhotel am Steimker Berg als Eigentümerin übernommen, was für sie ein Herzensprojekt bedeute. „Ihre Vision, ihr Mut und ihre Leidenschaft waren über viele Jahre ein unsichtbarer Teil meines Erfolgs. Jetzt ist es an mir, ihr den Raum zu geben, den sie mir so oft gegeben hat: Raum für Träume, Raum für Gestaltung, Raum für ein gemeinsames Morgen.“
Nach Informationen unserer Zeitung plant Elverfeld aber nicht, selbst ins Parkhotel als Küchen-Chef einzusteigen. Er, so Elverfeld, möchte etwas Neues angehen. Aber dieses „nächste Kapitel“ entstehe „ohne Eile“ und mit derselben Sorgfalt, die das „Aqua“ über 25 Jahre lang geprägt habe. Das Konzept „Aqua“ soll im The Ritz-Carlton nicht fortgeführt werden. Man werde sein gastronomisches Angebot neu ausrichten, schreibt das Luxushotel in einer Mitteilung. Ein Insider berichtet unserer Zeitung, dass Sven Elverfeld einfach am Ende eines kulinarischen Wegs angekommen sei und – ähnlich wie Profisportler – jetzt neue Impulse für einen neuen Weg brauche.
Edith Gerhardt, Vorsitzende der Geschäftsführung der Autostadt, sagt zu Elverfelds Entscheidung: „Sven Elverfeld hat für die Autostadt und für Wolfsburg Unglaubliches geleistet: Sein Name steht seit 25 Jahren für kompromisslose Spitzengastronomie, 16 davon ausgezeichnet mit drei Michelin-Sternen. Mit seiner Arbeit hat er Wolfsburg auf die kulinarische Landkarte gesetzt und international als Reiseziel etabliert.“
Auch Bernd Knaier, General Manager des The Ritz-Carlton in der Autostadt, bekräftigt, wie sehr Elverfeld das Hotel und die Wahrnehmung von Wolfsburg in der internationalen Gastronomie über ein Vierteljahrhundert lang geprägt habe. Er habe „Maßstäbe gesetzt“, so Knaier.
Nicht nur das: Das „Aqua“ dürfte auch ein Grund dafür sein, dass in den vergangenen Jahren viele Prominente nach Auftritten in Hannover oder Braunschweig im Wolfsburger Luxushotel übernachtet haben. Die Rolling Stones, Robbie Williams, Miley Cyrus, die Black Eyed Peas oder Boxheld Wladimir Klitschko sind nur einige Stars, die hier übernachtet haben. Auch die Prominenten, die im Rahmen des Sommerfestivals in der Autostadt auftreten, übernachten regelmäßig im The Ritz-Carlton.
Aus kulinarischen Gründen ist nach nachvollziehbar: Sven Elverfelds Küche wurde oft als „Küche der Erinnerung“ beschrieben: Er kreiere Gerichte, die Vertrautes präzise neu denken und veredeln. Ikonen dieser Handschrift seien etwa die „Kalamata-Olive“, inspiriert von Elverfelds Zeit in Griechenland, die „Taube Orientalisch“ mit Gewürzen aus Dubai sowie das „Ruinart Rosé Creme-Sorbet“.
Am Ende half Sven Elverfeld wie kein Zweiter mit, einen Wunsch des früheren VW-Chefs Ferdinand Piech zu erfüllen: Der verlangte schon bei der Planung der Autostadt Ende der 1990er Jahre: „Holen Sie mir die Welt nach Wolfsburg!“