Ex-VWler macht
sich selbstständig
Der Mörser Pascal Paske baut jetzt nachhaltigen Insekten- und Lichtschutz

Pascal Paske hat sich mit "MückenMasche" selbstständig gemacht.Foto: Roland Hermstein
Wolfsburg/Mörse. Die Marke Volkswagen will bis 2030 in Deutschland 35.000 Stellen abbauen, für alle Tochterunternehmen gelten strikte Sparprogramme. Was vielen Beschäftigten schlaflose Nächte bereitet, sieht Pascal Paske als Chance: Der 33-Jährige hat 15 Jahre lang bei Volkswagen Group Services gearbeitet und sich jetzt mit eigenem Betrieb selbstständig gemacht. Das steckt hinter „MückenMasche“.

Wirklich geplant war das nicht: Pascal Paske hat eine Ausbildung zum Informatiker gemacht und ein Studium als Wirtschaftsingenieur drangehängt. „Ich habe insgesamt 15 Jahre lang bei Volkswagen Group Services gearbeitet“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Zuletzt war er dort im Bereich Digital Sales tätig.

Aber dem heute 33-Jährigen erging es so wie vielen IT-lern: Nach einem langen Arbeitstag vor dem Bildschirm hat er sich nach einem körperlich fordernden Ausgleich gesehnt. Die Initialzündung lieferte ein Kollege: „Sein Vater hat in Ostfriesland einen Betrieb, der hochwertige Fliegengitter anfertigt“, berichtet Pascal Paske. Sein damaliger Kollege und er seien Feuer und Flamme gewesen, sagt der Mörser. „Also haben wir 2020 selbst mit der Fertigung von Fliegengittern angefangen.“

Die Auftragslage war so gut, dass sich Pascal Paske schon zwei Jahre später dazu entschloss, nebenberuflich Fliegengitter zu planen, zu bauen und zu installieren. Dann kam die VW-Krise – und bei ihm festigte sich der Gedanke, sein Nebengewerbe zum Vollzeitmodell umzuwandeln. „Eigentlich wollte ich schon immer etwas Handwerkliches machen“, betont er. Mit seiner Firma „MückenMasche” konzentriert er sich auf Fliegengitter und auf Plissees.

Standardware wie im Baumarkt gibt es bei MückenMasche nicht: „Bei uns gibt es nur individuelle Maßanfertigungen“, betont Pascal Paske. „Im Vordergrund stehen Nachhaltigkeit und Langlebigkeit.“ Das heißt konkret: Er arbeitet mit professionellen Partnern zusammen und verwendet nur hochwertiges Material. Die Rahmen der Insektenschutzgitter sind aus Aluminium, sie werden in Fensterrahmenfarbe pulverbeschichtet. Der Griff ist nicht aus Kunststoff, sondern aus Edelstahl. Das Schutznetz besteht aus Fiberglas.

„In der Regel hält dieser Insektenschutz rund zehn Jahre. Danach kann er getauscht werden“, erklärt der Mörser. Auch Reparaturen seien jederzeit möglich. Im Prinzip, so Paske, „investiert man einmal richtig und hat dann sein Leben lang Ruhe.“ Die Größe der Fenster spielt keine Rolle: „Wir haben kürzlich ein dreimal drei Meter großes Fenster mit Insektenschutz versehen – das war eine echte Herausforderung", sagt er und lacht. „Da ist dann echt Kreativität gefragt.“ Und die Hilfe von kräftigen Helfern.

Natürlich seien solche Maßanfertigungen teurer als Insektenschutz und Plissees aus dem Baumarkt – aber am Ende investiere man einmal und eben nicht ständig neu. Zu seinen Kunden zählen nicht nur private Haus- oder Wohnungsbesitzer, sondern auch große Immobilien-Unternehmen. So habe er beispielsweise im Neubaugebiet Steimker Gärten schon viele Wohnungen mit nachhaltigem Insekten- und Lichtschutz ausgerüstet. Auch in Kindergärten sei er schon tätig gewesen. „Es läuft gut an“, sagt er.

Wegen des Klimawandels werde für viele Wolfsburger vor allem Insektenschutz immer wichtiger: Wegen der steigenden Temperaturen hätten sich längst weitere Insekten in der Region angesiedelt – so tauche beispielsweise die Ankunft der Tigermücke immer wieder in den Medien auf. Und wenn die Auftragslage eines Tages für ihn und den bei ihm angestellten Minijobber langfristig doch nicht reichen sollte? „Dann kehre ich in die IT zurück“, sagt Pascal Paske, „dort werden immer Leute gesucht. Aber damit rechne ich nicht. Eher mit dem Gegenteil...“

Infos zu MückenMasche gibt es im Internet unter www.mueckenmasche.de.
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