Für Verbraucher bedeutet das vor allem eines: mehr Auswahl zwischen verschiedenen Internetnetzen und Anbietern.
Neben Wolfsburg nennt die Behörde nur drei weitere Städte in ganz Deutschland, in denen der Markt inzwischen ähnlich funktioniert: München, Köln und Ingolstadt.
Nach Einschätzung der Behörde ist der frühere Telekom-Monopolist Deutsche Telekom dort nicht mehr marktbeherrschend. Stattdessen stehen den Haushalten meist mehrere Netzinfrastrukturen zur Verfügung – etwa DSL, Kabelinternet oder Glasfaser.
„Wir sehen erstmals keinen bundesweiten Breitband-Massenmarkt mehr, sondern räumlich abgegrenzte Teilmärkte“, erklärte Behördenpräsident Klaus Müller. Der Grund sei vor allem der beschleunigte Glasfaserausbau.
Die Einschätzung der Bundesnetzagentur zeigt vor allem eines: Der Internetmarkt in Wolfsburg ist inzwischen stark umkämpft.
Viele Haushalte können zwischen mindestens drei unterschiedlichen Netzen wählen. Konkurrenz zwischen Anbietern gilt als wichtiger Faktor für:
■ bessere Preise
■ höhere Internetgeschwindigkeiten
■ schnelleren Ausbau neuer Technik
Wenn der Wettbewerb funktioniert, muss der Staat weniger eingreifen. Zu den Hauptakteuren gehören etwa Wobcom, Telekom, Vodafone, 1&1, o2, Deutsche Glasfaser oder easybell.
Bundesweit sieht die Situation allerdings ganz anders aus. In allen anderen Städten und Landkreisen besitzt die Deutsche Telekom weiterhin eine dominante Marktstellung. Dort soll die Regulierung bestehen bleiben. Das bedeutet beispielsweise, dass Wettbewerber Zugang zu bestimmten Netzen bekommen müssen.
Ein Beispiel für eine Region mit weiterhin schwächerem Wettbewerb ist der Kreis Segeberg. Dort sind Glasfaser- und Kabelnetze bislang nur punktuell ausgebaut.
Die Einschätzung für Wolfsburg ist zunächst vorläufig. Die Bundesnetzagentur hat ihre Eckpunkte zur Marktanalyse veröffentlicht und will sie Mitte März mit Marktteilnehmern diskutieren.
Erst danach fällt die endgültige Entscheidung. Klar ist aber schon jetzt: Beim Internet-Ausbau gehört Wolfsburg inzwischen zu den am stärksten umkämpften Märkten in Deutschland.