Im Februar hatte diese Redaktion berichtet, dass es Probleme mit der Postdienstleistung gibt. Konkret: DHL-Fahrer und Fahrerinnen sollen Pakete statt in die Filiale am Gerta-Overbeck-Ring zu einem Kiosk nach Nordsteimke bringen. Das ist ein Ärgernis für viele Kundinnen und Kunden, weil sie rund vier Kilometer nach Nordsteimke fahren müssen. Vor allem für ältere Menschen, die kein Auto haben, ist es ein echtes Problem. Eine direkte Busverbindung existiert nicht.
Auch die Lokalpolitik hatte sich eingeschaltet. „Ich fordere, dass die Postfiliale erhalten bleibt“, hatte etwa der Reislinger Ratsherr Thomas Heyn (parteilos) gesagt. Ortsbürgermeister Uwe Hackländer kündigte an, sich für den Kiosk einzusetzen.
Doch bisher zeichnet sich keine Lösung ab. Seit Februar habe sich an der Zustellung nichts geändert, so Betreiberin Allgeier. „Die Pakete-Situation ist unverändert. Viele Pakete werden immer noch nach Nordsteimke geliefert. Die Kunden beschweren sich darüber“, sagt sie.
Vermutet wird, dass die Fahrer deshalb nach Nordsteimke ausweichen, weil der Kiosk in Reislingen nicht rund um die Uhr geöffnet hat. „All-Best“ sperrt dienstags und donnerstags zum Beispiel erst um 14 Uhr seine Türen auf. Ein Grund ist, dass Heinz Bestgen noch einen anderen Job hat. Allgeier beschreibt das Problem: „Die Post verpflichtet uns, ganztags zu öffnen. Dafür müssen wir jemanden einstellen. Das können wir uns aber nicht leisten. Wir haben deshalb einen Antrag bei der Post gestellt, neu zu verhandeln.“
Ob dieser Versuch von Erfolg gekrönt sein wird, bleibt abzuwarten. Die Betreiber geben jedenfalls die Hoffnung nicht auf. Derzeit wird bereits ein neuer Mitarbeiter eingearbeitet. „Ab Mai könnten die Öffnungszeiten verlängert werden. Wir würden ein oder zwei Minijobber einstellen. Diese müssten von der Post bezahlt werden“, sagt Allgeier.
Sollte sich keine Lösung abzeichnen, droht dem Kiosk samt Postfiliale womöglich schon in wenigen Wochen endgültig das Aus. Ohne das Paketgeschäft kann der kleine Laden nicht überleben. Es ist so: Wenn die Pakete nicht in Reislingen, sondern in Nordsteimke landen, fehlen Allgeier und Bestgen nicht nur die Einnahmen, die sie pro Paket für die Lagerung bekommen. Die Kunden kaufen dann in Nordsteimke bei der Konkurrenz auch Zigaretten, Getränke, Snacks, Süßigkeiten und Briefmarken.
Vertreter der Politik hatten betont, dass der Kiosk für den Ortsteil wichtig sei. In Reislingen und Neuhaus leben rund 9000 Menschen. Viel Infrastruktur gibt es ohnehin nicht mehr. Nun hoffen die Reislinger, dass wenigstens der Kiosk mit der Postfiliale erhalten bleibt.