Die Aufwertung der Innenstadt ist eines der dringlichsten Zukunftsthemen der nächsten Jahre. Während in der mittleren Porschestraße gerade der erste Bauabschnitt der Brawo Arkaden umgesetzt wird und damit große Hoffnungen für eine Attraktivierung der Fußgängerzone verbunden sind, stehen im Norden der Stadt noch einige Projekte in den Startlöchern.
Die Umsetzung der „Brawo City“, geplant am Nordkopf, wird wohl noch ein wenig auf sich warten lassen. Grund: Der Bebauungsplan muss angepasst werden. Ein neuer Bebauungsplan war für Ende 2026 angekündigt worden.
Für das sogenannte „Nordkopfquartier Mitte“ hingegen hat der Rat inzwischen die ersten Weichen gestellt. Dort wird in Kürze das Medical Office eingeweiht. Und die nächsten Projekte stehen bereits vor der Umsetzung: Am Standort der ehemaligen Dresdner Bank an der Heinrich-Nordhoff-Straße plant Immobilien-Investor Vespermann ein Medical Center.
Für den Bereich zwischen ehemaliger Markthalle und dem schon genannten Medical Office sind bereits 2025 die Entwurfspläne für das elfgeschossige „Lupus“ vorgestellt worden. Das Büro- und Geschäftsgebäude wird vom Investor OCI, Mutterkonzern der Designer Outlets Wolfsburg, errichtet. Im Erdgeschoss sollen Handel, Gastronomie und Dienstleistungen untergebracht werden. Im Obergeschoss ist auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern moderne Büronutzung geplant. Abhängig von der Entscheidung des Rates im Juni bestünde anschließend Baurecht.
Während in der Innenstadt zunehmend leerstehende Geschäfte zu beklagen sind, brummt hingegen das Designer Outlet Center (DOC). Diese Kundenströme wollen sich Stadt und Kommunalpolitik zunutze machen: Das DOW soll mit der Fußgängerzone verknüpft werden und damit Menschen und Frequenz in die Porschestraße bringen. Ein entsprechender Grundsatzbeschluss wurde getroffen.
Damit die Menschen künftig besser in den südlichen Bereich der Innenstadt gelangen können, soll es Fußgängern durch eine nahezu autofreie Zone im Norden schmackhaft gemacht werden. So soll ein Bereich des Nordkopfes künftig vom motorisierten Individualverkehr freigehalten werden.
Dieser umfasst den Willy-Brandt-Platz vor dem Bahnhof und dem Phaeno, den Bereich der Straße „An der Vorburg“ südlich der Tiefgaragenzufahrt zum Phaeno, die Heßlinger Straße westlich der Zufahrt zur Alessandro-Volta-Straße und die Porschestraße. Das heißt, der Tunnel muss mehr Verkehr aufnehmen als aktuell. Das Phaeno-Parkhaus und das DOW sollen für Autos, die von Osten kommen, neu angebunden werden. Zwischen dem Nordkopf-Tower und der Porschestraße 1 soll ein Mini-Kreisel eingerichtet werden, damit Busse der WVG dort wenden können.
Das schnelle Internet sollte eigentlich längst in allen Ortsteilen von Wolfsburg verfügbar sein. Der Beschluss dazu stammt aus dem Jahr 2015. Mit Hilfe des Bundes- und Landesförderprogramm „Graue Flecken“ wollte die Stadt Wolfsburg Lücken schließen und einen flächendeckenden Ausbau hinbekommen.
Rund 90 Prozent der Haushalte sind an die Glasfaser angeschlossen, 3000 Adressen im Stadtgebiet fehlten aber aktuell noch. Aufgrund bürokratischer Hürden musste der Ausbau neu ausgeschrieben werden. Ziel laut Wirtschaftsdezernat sei ein Baustart im Frühsommer 2026. Abhängig von der Witterung werde mit einer Bauzeit von maximal einem Jahr kalkuliert.
Während an der Dieselstraße die neue Feuerwache für über 100 Millionen Euro gebaut wird, ist die Diskussion um eine mögliche Nebenwache im Heinenkamp nicht versiegt. Dabei sieht ein großer Teil des Wolfsburger Rates eine zweite Feuerwache mittlerweile kritisch. Im Mai 2020 hatte der Rat noch eine 2-Wachen-Strategie verabschiedet. Doch mittlerweile ist das Geld bekanntlich knapp geworden in Wolfsburg - der Haushalt defizitär.
Im März hatte der zuständige Dezernent der Stadtverwaltung im Bürgerdienste-Ausschuss noch darauf hingewiesen, dass ein Schutzziel-Defizit bestehe. Um die Einhaltung von Hilfsfristen zu gewährleisten, benötige die Stadt eine Nebenwache. Es bestehe eine Versorgungslücke, wenn es darum gehe, Orte wie Detmerode aufgrund ihrer geografischen Lage rechtzeitig erreichen zu können. Die Kommunalpolitik gab im März noch keine Empfehlung ab. Die Kenntnisgabe der Verwaltung habe zu kurzfristig vorgelegen. Die Abstimmung wurde daher auf den 6. Mai vertagt.