Dunkle Trennwände trennen die Abteilungen. Das Unternehmen erläutert den Hintergrund: „Unsere Kollektion ist in den letzten Jahren deutlich kleiner geworden, und wir möchten die Flächen für unsere Kundinnen und Kunden attraktiver und effektiver aufstellen.“
Aus Sicht von Gabriele Garcia, Filialleiterin des Geschäfts „Liberty“, fehlt damit ein Anlaufpunkt für Familien. „Bei dem Laden kaufen sie gemeinsam ein und danach bummeln die meisten noch durch die Innenstadt. Wenn das Geschäft nicht mehr so viele Kundinnen und Kunden anzieht, wird noch weniger in der Porschestraße los sein“, bedauert die Mitarbeiterin. Liberty bietet Damenkleidung an, momentan beispielsweise bunte T-Shirts und Jeansjacken. Das Geschäft sei seit Jahrzehnten in der Wolfsburger Innenstadt.
Doch schon seit längerem sei die Kaufkraft der Einwohner zurückgegangen, sagt Marion El Houch vom „Tredy“. Die Filialleiterin begründet das auch mit der Krise beim Autohersteller: „Wenn VW hustet, geht es ganz Wolfsburg schlecht.“
Für Silke Wagner, Inhaber von „Grossartig“, sei der Schritt von C&A selbstverständlich, „wenn die Laufkundschaft fehlt“. Sie sieht sich als Einzelkämpferin, die mit großen Größen eine Marktlücke in Wolfsburg habe. „Schade, dass sich das Geschäft verkleinert. Und die vielen Nagelstudios und Friseure sind auch nicht ansehnlich, aber immer noch besser als Leerstand“, sagt Wagner vom Modegeschäft an der Porschestraße.
Garcia findet es schade, dass es so viele leere Geschäfte in der City-Galerie gibt. „Und die Baustelle macht es auch nicht besser“, so die Filialleitung. Der Rohbau der Brawo-Arkaden ist in vollem Gange. Der erste Mieter steht laut Volksbank Brawo fest. Modeunternehmen „New Yorker“ zieht auf zwei Etagen ein. Stadt Wolfsburg und Volksbank freuen sich über die Entwicklung, doch Einzelhändler und Kunden würden sich auch über neue Läden freuen. Eine Bereicherung wäre unter anderem „Reserved“ oder „Zara“, die in der Innenstadt von Hannover zu finden sind. „Viele fahren auch nach Braunschweig zum Einkaufen, weil die Auswahl attraktiver ist“, sagt Garcia.Die Verantwortlichen vom Kaufhaus WKS sind nicht überrascht, dass C&A die Verkaufsfläche reduziert. „Steigende Kosten – etwa für Energie, Beleuchtung, Rolltreppen oder Personal – zwingen viele Unternehmen dazu, ihre Flächen und Strukturen zu überdenken", sagt Mitgesellschafterin Katarzyna Warzynska.Heike Nose von „Ulla Popken“ betont, dass der Einzelhandel es sehr schwer habe. Die Filialleiterin des Modegeschäfts erklärt: „Die Menschen hatten viele Ausgaben, unter anderem weil sie Versicherungen zahlen mussten. Deshalb sind Januar und Februar immer harte Monate. Aktuell kommt noch die Krise mit den teuren Benzinpreisen hinzu.“
Zudem würde sich das Einkaufsverhalten vieler Menschen verändern, wie Katarzyna Warzynska erläutert. „Der Onlinehandel gewinnt weiter an Bedeutung, während die Besucherzahlen in den Innenstädten spürbar zurückgegangen sind.“
Trotzdem glaubt das Kaufhaus WKS weiterhin an die Zukunft der Wolfsburger Innenstadt. „Stationärer Handel lebt von persönlicher Beratung, Begegnungen und Einkaufserlebnissen. Die Dinge kann der Onlinehandel nicht ersetzen. Umso wichtiger ist es, dass Handel, Politik und Stadt gemeinsam daran arbeiten, die Innenstadt wieder lebendiger und attraktiver zu machen“, so Warzynska.