Sein Dank galt überwiegend Betty Rannenberg und ihrem Team. 1991 hatte sie mithilfe mehrerer Unterstützerinnen den ersten Weltladen in Wolfsburg gegründet. „Ungezählte viele tausende Stunden ehrenamtlicher Arbeit stehen hinter dem Projekt Weltladen und somit für Fairen Handel.“ In 35 Jahren sei dies mit echter Überzeugung und dem Bekenntnis zu Fairem Handel geleistet und somit Solidarität mit den Menschen im globalen Süden gezeigt worden. Ebenso wies Weilmann auf die gute Zusammenarbeit mit der Stadt im Rahmen des Agendaforums hin.
Bei der Feierstunde trug Betty Rannenberg die langjährige Entwicklung des Weltladens vor und ging auf die Spur ein, die der Weltladen durch die Wolfsburger Innenstadt gezogen hat: Ausgangspunkt sei die Thomasgemeinde in der Nordstadt gewesen, und über sechs verschiedene Standorte sein man nun sichtbar im Zentrum, in der Porschestraße 84, angekommen. „Man braucht Leidenschaft, Durchhaltevermögen, einen weiten Weltblick, engagierte Mitarbeiterinnen und die Überzeugung, dass wir in einer Welt leben“, begründet sie ihr langjähriges Engagement und Durchhaltevermögen.
Eine Mitarbeiterin des Wolfsburger Weltladens macht die gezeigte Solidarität deutlich und berichtet von ihren Beweggründen, sich für den Weltladen einzusetzen: „Einmal pro Woche verkaufe ich fair gehandelte Waren aus Entwicklungsländern ehrenamtlich, so dass die Verkaufskosten eingespart und den Kaffeebauern zufließen können. Meine ehrenamtliche Tätigkeit heißt Solidarität mit den Benachteiligten und stellt mit diesen Menschen eine Verbundenheit her.“ Die Arbeit vermittle „die Gewissheit, an einer Wiedergutmachung des unfairen Handels teilzuhaben und erfüllt mich mit Zuversicht.“
Der Weltladen in Wolfsburg ist viel mehr als eine einfache Verkaufsstätte. Es gibt dort nicht nur unterschiedliche Waren von Kaffee und Wein über Schokolade bis hin zu Klangschalen, Schals, Körben, Papeterie-Artikeln oder Seifen. Es werden auch Informationsveranstaltungen für Schulklassen, Konfirmanden- oder andere Gruppen angeboten. Auch auf Basaren und Märkten ist der Weltladen vertreten, um über Fairen Handel aufzuklären.
Die angebotenen Produkte müssen nicht nur strenge Qualitätsmerkmale erfüllen, wichtig ist auch eine soziale und nachhaltige Produktion.
Doch was bedeutet Fairer Handel? Am Beispiel des Kaffees lässt sich das veranschaulichen, erläutert Dr. Christoph Stein vom Verein Wasser für Kenia, der schon viele Jahre unterstützend mit dem Weltladen zusammenarbeitet: Durch die Massenproduktion kann Kaffee auf großen Plantagen durch die minimale Bezahlung der Arbeiter günstig erzeugt werden und so den Welthandelspreis niedrig halten. Armut und Kinderarbeit seien die Folge, viele Kleinbauern hätten aufgeben müssen. Für den Fairen Handel hingegen hätten sich Kleinbauern zu Genossenschaften zusammengeschlossen und liefern Rohkaffee ohne Zwischenhändler an eine deutsche Gesellschaft des Fairen Handels. Diese zahlt ihnen einen garantierten, etwas höheren als den Weltmarktpreis, sodass die Kaffeebauern von dem Kaffeeanbau etwas besser und ohne Kinderarbeit leben können.