Jetzt gibt es wieder Kino im Hallenbad
Eröffnung mit vielen Ehrengästen, Sekt und Popcorn

Freuen sich über die Wiedereröffnung: Sandra Straube, Kai-Uwe Hirschheide, Dennis Weilmann, Olaf Levin, Jens Hortmeyer, Thomas Helmke, Kerstin Pietsch und Iris Bothe (v. l.)Foto: Hallenbad/Tim Dalhoff
Wolfsburg. Mit dem Film „Morgen ist auch noch ein Tag“ gab es nach mehr als 14 Monaten wieder eine Vorstellung im Kino des Wolfsburger Hallenbads. Neben der öffentlichen Vorstellung am Freitagabend fand am Nachmittag eine Vorführung vor geladenen Gästen mit Popcorn und Sekt statt. Viele Wolfsburger nahmen sich die Zeit, zur Wiedereröffnung unter der Leitung des Vereins Filmclub Wolfsburg vorbeizuschauen und zu gratulieren.

Die Freude war ihr anzusehen und die Aufregung auch ein bisschen. „Wir waren bis zum letzten Moment mit Vorbereitungen beschäftigt“, verriet Kerstin Pietsch, Vorsitzende des Filmclubs. Sie war sehr dankbar, dass die Vereinsmitglieder von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hallenbads tatkräftig unterstützt wurden. „Ohne diese Hilfe hätten wir das nicht geschafft“, betonte Pietsch, deren besonderer Dank der FSJ’lerin Ashley Friedrich galt.

Dem stimmte auch Thomas Helmke, Geschäftsführer des Hallenbads, in seinen Grußworten zu. Sie habe den Tag organisiert und maßgeblich mitgestaltet. „Das ist auch noch mal ein wunderbares Beispiel dafür, was man im Rahmen eines FSJ-Projekts Kultur machen und leisten und vor allem auch lernen kann“, sagte Helmke, der sich erinnerte sich, dass bereits an seinem dritten Arbeitstag das erste Gespräch mit Kerstin Pietsch stattfand. Ein Fan des Kinos war er schon als Besucher.

„Als ich selbst als Student in Göttingen gelebt habe, habe ich immer dieses studentische Flair von solchen Kinos genossen. Und als ich 2011 wieder zurückkam nach Wolfsburg, war das für mich echt ein Ort, bei dem ich gesagt habe: Das hat einen Mehrwert, da fühle ich mich wohl. Da kommt man zusammen mit anderen Menschen“, betonte er.

Auch Oberbürgermeister Dennis Weilmann (CDU) erinnerte sich an das Programmkino zu seiner Studienzeit in Göttingen. „Es ist schön, dieses Kino wieder ganz voll zu sehen“, sagte er. „Denn es gab mal Zeiten, da haben wir tatsächlich auch darüber nachgedacht: Muss vielleicht auch das Kino mal zurück gebaut werden, weil es vielleicht gar nicht mehr genutzt werden wird?“ Daher sei er froh, dass sich nach einer Petition mit mehr als 3.000 Unterschriften der Verein Filmclub Wolfsburg gegründet hat.

Auch Stadträtin Iris Bothe erinnerte sich an die schwierige Zeit: „Wir haben es uns ja nicht leichtgemacht mit der Entscheidung, das Kino an der Stelle durch hauptamtliche Betreuung aufzugeben. Wir waren in einer sehr schwierigen Situation im Hallenbad.“ Für Bothe war nicht nur die Wiedereröffnung des Kinos ein wichtiger Punkt, sondern auch, dass es nun durch Ehrenamtliche betrieben wird.

„Die Idee war nie, dass es nur eine Konsumkultur gibt, in der man hierherkommt und konsumiert. Sondern es war immer auch die Idee, dass Menschen sich hier engagieren in diesem Hause und auch Verantwortung übernehmen. Das ist auch Teil der Neuausrichtung, die wir miteinander beschlossen haben“, erklärte sie.

Für Kerstin Pietsch und ihre Mitstreiter ist es eine Herzensangelegenheit: „Im Kino lerne ich etwas über andere Länder, Kulturen, ich übe mich in fremden Sprachen, lerne etwas über andere Menschen, über das Leben, über Geschichte und vergangene Kulturen. Ich lerne interessante Utopien kennen, die mich inspirieren. Und es ist ein Ort, wo man Freunde und Gleichdenkende trifft.“

Die Tragikomödie „Morgen ist auch noch ein Tag“ war ein gutes Beispiel dafür. Der Schwarz-Weiß-Film spielt 1946 in Rom und erzählt von Delia, die in einer armen Kellerwohnung unter der Gewalt und Demütigung ihres Ehemanns Ivano leidet, während sie ihre Familie mit mehreren Jobs über Wasser hält und schließlich für ein selbst bestimmtes Leben kämpft. Vom Herbst an soll es wieder ein richtiges Programm geben. Während des Hallenbadfests am 10. Oktober wird „The Rocky Horror Picture Show“ gezeigt.

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