Graugänse in Wolfsburg: Wirkt Maßnahme der Stadt?
An Schillerteich und Allersee wurden bereits Zäune aufgestellt, vor Ort sieht es unterschiedlich aus

Wolfsburg. Am Schillerteich treiben die Graugänse ruhig über das Wasser, einige stehen am Ufer, wo sie zwischen kurzen Grasflächen und Wegen nach Nahrung suchen. Nur wenige Schritte entfernt bleiben Spaziergänger stehen, weichen aus, setzen den Weg vorsichtig fort. Auf den Gehwegen rund um das Gewässer liegen zahlreiche Hinterlassenschaften der Tiere. Wer nicht aufpasst, tritt schnell hinein.

Auch am Allersee gehören die Vögel weiterhin zum gewohnten Bild. Doch dort fällt ein Unterschied auf: An den öffentlichen Badestrandabschnitten sind derzeit nur wenige Graugänse zu sehen. Vereinzelt liegt Gänsekot im Sand, größere Ansammlungen der Tiere bleiben jedoch aus. Auf der gegenüberliegenden Seite in Richtung Volkswagen Arena halten sich dagegen deutlich mehr Gänse auf.

Die Beobachtungen werfen die Frage auf: Zeigen die von der Stadt angekündigten Maßnahmen bereits erste Wirkung?

Die Stadt Wolfsburg hatte im Frühjahr ein Maßnahmenpaket vorgestellt, um die Graugans-Population und die damit verbundenen Belastungen einzudämmen. Dafür sollen Zäune und Sichtschutzwände den direkten Weg zwischen

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Wasser und Wiesen unattraktiv für die Gänse machen. Gleichzeitig sollen Ausweichflächen geschaffen werden, um die Gänsepopulation zu lenken. Weniger Nachwuchs soll durch die Behandlung von Eiern erreicht werden. Ergänzt wird das Konzept durch ein deutlicheres Fütterungsverbot sowie jagdliche Maßnahmen außerhalb der Schonzeit.

Mit einer der vorgestellten Maßnahmen wurde bereits begonnen. Stadtsprecher Jan-Niklas Schildwächter erklärt: „Die Stadt Wolfsburg hat mit der Umsetzung eines Maßnahmepaketes begonnen. Teil davon war die Stellung eines Schutzzaunes entlang der Allerniederung.“ Auch am Schillerteich wurden erneut Zäune aufgestellt.

Ob die Maßnahmen bereits Wirkung zeigen, könne derzeit allerdings noch nicht beurteilt werden. Nach Angaben der Stadt befinden sich mehrere Bausteine des Konzepts noch in der Umsetzung.

„Da die weiteren Maßnahmen witterungsbedingt erst sukzessive in die Umsetzung gehen, beispielsweise durch die Verlängerung der Maadintervalle oder die Bejagung außerhalb der Schonzeit, und die Sichtschutzzaunstellung noch nicht erfolgt ist, kann noch keine Evaluation erfolgen“, teilt Schildwächter mit.

Die verschiedenen Maßnahmen sollen dabei im Zusammenspiel wirken, weshalb eine stichhaltige Bewertung der Wirkung dieser Maßnahmen noch Zeit benötigt. „Die Maßnahmenkombination lässt insgesamt eine Erfolgsüberprüfung erst nach mehreren Monaten erwarten, so dass frühestens im Herbst abgesehen werden kann, ob über den Sommer die ergriffenen Maßnahmen Erfolge erzielt haben“, ergänzt Stadtsprecher Schildwächter.

Die Eindrücke am Schillerteich und Allersee sind derzeit unterschiedlich: Während die Graugänse am Schillerteich weiterhin sehr präsent sind und ihre Spuren auf Wegen und Grünflächen hinterlassen, wirken die öffentlichen Strandbereiche am Allersee vergleichsweise leer. Dort sind die Tiere nur vereinzelt anzutreffen. Größere Gruppen halten sich eher auf der dem VW-Stadion zugewandten Seite des Sees auf. Ob dies bereits auf die Maßnahmen der Stadt zurückzuführen ist oder andere Ursachen hat, lässt sich derzeit nicht sagen.

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