Beim CSD in Wolfsburg löste das schreckliche Ereignis Betroffenheit aus. „Wir bedauern sehr, dass bei einer friedlichen Veranstaltung beim CSD Berlin ein solches Unglück passiert ist. Wir haben nicht nur von den Verletzten sondern auch den Tod eines Besuchers erfahren, was um so tragischer ist, da der CSD dafür kämpft das Menschen der queeren Community auf sich aufmerksam machen und friedlich feiern möchten“, teilte Doreen Catterfeld vom Vorstand des CSD Wolfsburg auf WAZ-Anfrage mit.
CSD in Wolfsburg soll stattfinden
Am 15. August ist der Christopher Street Day in Wolfsburg geplant. Die Veranstalter laden dazu ein, gemeinsam friedlich auf die Straße zu gehen. Die Auftaktkundgebung ist für 13.15 Uhr am Congress Park vorgesehen und die Demonstration soll um 13.30 Uhr starten. Steht womöglich aufgrund des Anschlags in Berlin eine Absage im Raum?
„Der CSD in Wolfsburg wird wie geplant stattfinden, da wir wenn wir nicht Flagge zeigen, damit das Statement setzen würden, dass wir uns von den Vorkommnissen einschüchtern lassen“, sagt dazu Doreen Catterfeld.
Sicherheitskonzept auf dem Prüfstand
Der CSD Wolfsburg sei dabei das Sicherheitskonzept zu überarbeiten und werde in enger Zusammenarbeit mit der Polizei agieren. „Ob und wie wir Sicherheitsvorkehrungen verändern oder verstärken, werden wir dieser Tage besprechen, da wir verständlicherweise von den Geschehnissen in Berlin ebenso schockiert worden sind wie die Menschen dort“, sagt Catterfeld.
Auf Instagram wandte sich das Team vom CSD an die Community: Dort heißt es: „Ein Mensch musste sterben, mehrere wurden verletzt. Menschen gehen auf die Straße, um für Freiheit, Sichtbarkeit und Liebe einzustehen, und müssen dabei um ihr Leben fürchten. Vielleicht sollten wir endlich aufhören zu fragen, warum Pride notwendig ist.“
Und weiter: „Das Team des CSD Wolfsburg ist zutiefst erschüttert von dem Vorfall in Berlin. So etwas zeigt, warum wir das machen, warum wir aktiv kämpfen müssen, um gesehen zu werden und unsere Stimme zu erheben.“
„Das ist ein schwarzer Tag für einen CSD“
Und auch auf der Website des CSD Wolfsburg äußerten die Organisatoren ihr Mitgefühl: „Wir möchten hiermit den Veranstaltern und Teilnehmenden Mut zusprechen und hoffen, dass der Täter/die Täter schnell gefasst werden und es nur bei Verletzungen und nichts Schlimmerem bleibt. Das ist ein schwarzer Tag für einen CSD, wo die Menschen friedlich demonstrieren und feiern wollen. Wir sind in Gedanken bei Euch.
Der CSD Braunschweig kündigte am Sonntag auf Instagram eine Mahnwache für 18 Uhr auf dem Platz vor den Schloss Arkaden an. „Volle Solidarität mit den Opfern des Angriffs auf den CSD Berlin“, heißt es dort.
Im vergangenen Jahr hatten mehrere Hundert Menschen am Christopher Street Day in Wolfsburg teilgenommen. Die Polizei sprach später von 330 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Veranstalter von etwa 400. Die Menschen zogen vom Brandenburger Platz bis zum Rathaus und von dort weiter bis zum Jugendhaus Ost. Der Hintergrund, das wurde damals während der gesamten Veranstaltung deutlich, ist sehr ernst. Die queere Community wird angefeindet wie seit vielen Jahren nicht mehr. Im Internet hagelt es Hass-Kommentare und Beleidigungen gegen Homosexuelle und Transpersonen. Ein Schock war es, als im Jahr 2024 Rechtsextremisten angekündigt hatten, den Umzug in Wolfsburg stören zu wollen.