Ziel ist es, allen Menschen in der Region einen möglichst gut erreichbaren Zugang zu Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen Innenstädte und Ortskerne als lebendige Einkaufs- und Aufenthaltsorte erhalten und gestärkt werden.
Eine regionale Betrachtung sei notwendig, weil die Auswirkungen von Einzelhandelsstandorten nicht an Gemeindegrenzen Halt machen. Was für eine einzelne Kommune sinnvoll erscheint, könne die Versorgung und die Zentren benachbarter Kommunen beeinflussen, macht der Regionalverband deutlich. Zudem soll mit Flächen sparsam umgegangen werden. Statt neue Standorte zu erschließen, soll der Einzelhandel gezielt und sinnvoll an bestehenden Standorten gesteuert werden.
Für großflächige Einzelhandelsprojekte gelten verbindliche Regelungen des Landes Niedersachsen, die der Regionalverband umsetzen muss. Vor allem größere Geschäfte wie Supermärkte mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche können erhebliche Auswirkungen auf Kundenströme, die Verteilung der Kaufkraft und den Erhalt kleinerer Geschäfte haben. „Bei Entscheidungen wird daher auch das Einzelhandelsumfeld eines geplanten Standorts berücksichtigt“, teilt der Regionalverband mit.
Gemeinsam mit den Städten und Landkreisen sollen im neuen Konzept Leitlinien für die Steuerung großer Einzelhandelsvorhaben definiert werden. Die erhobenen Daten stellt der Regionalverband den Kommunen kostenlos zur Verfügung. Sie können diese für eigene Einzelhandelskonzepte und bei der Bewertung von Vorhaben im Rahmen der Bauleitplanung nutzen. Die gemeinsame Datengrundlage soll Planungssicherheit und Orientierung schaffen.
„Einkaufszentren auf der grünen Wiese sind oft nur für Autofahrende bequem erreichbar. Ziel der Regionalplanung ist jedoch die Erreichbarkeit für alle und eine ausgewogene Verteilung des Angebots“, sagt Anna Weyde, Leiterin der zuständigen Abteilung Regionalentwicklung beim Regionalverband. Dafür müssten Spielregeln geschaffen und eingehalten werden. Die regionsweit erhobenen Daten bildeten dafür die Basis.
Die erste Phase der Neuaufstellung startet Anfang August und läuft bis Mitte November. Geschulte Erhebungsteams des Planungsbüros Stadt + Handel, Beckmann und Föhrer Stadtplaner GmbH sind in dieser Zeit im gesamten Verbandsgebiet unterwegs. Sie erfassen und vermessen die Einzelhandelsbetriebe vor Ort.
Der Regionalverband bittet daher die beteiligten Einzelhandelsunternehmen um Unterstützung bei der Erhebung. „Nur ein vollständiger und einheitlich erhobener Datenbestand ermöglicht eine objektive Bewertung der Einzelhandelsstruktur und bildet die gemeinsame Grundlage für fundierte Planungs- und Standortentscheidungen in der gesamten Region“, sagt Weyde. Die Erhebungsteams können sich durch entsprechende Papiere ausweisen.
Die im Regionalen Einzelhandelskonzept getroffenen Festlegungen zum Einzelhandel sollen künftig in das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) des Regionalverbands übernommen werden.