Der Boom hat sich in Peine bemerkbar gemacht, das spürt auch Dartsshop-Betreiber Sascha Mädel. Seit 2023 gibt es an der Hagenstraße seinen kleinen Dartsshop, der alles andere als gewöhnlich ist. Untergebracht in einem etwa zehn Quadratmeter großem Zimmer eine Dreizimmerwohnung von Dartsspieler Mädel. Aus dem einstigen Wohnraum wurde mit viel Eigeninitiative eine Anlaufstelle für die Peiner Darts-Community.
Die Idee dazu entstand bei Frühstück mit seiner Freundin Saskia Popko-Lier. Beiden missfiel es, dass sie ihre Darts-Pfeile im Internet bestellen mussten, sie aber vorher nicht ausprobieren konnten. Eine Nacht wurde über die Idee geschlafen, dann war klar: Wir machen das. nicht mit dem Ziel großen kommerziellen Erfolg zu erzielen,
beide arbeiten in einem Autohaus in Peine, sondern aus Leidenschaft für den Sport.
Im Mittelpunkt steht ein Angebot, das auch anderen Spielern n Peine bislang fehlte. Wurfpfeile auszuprobieren und die passenden zu finden. Denn Darts ist Präzisionsarbeit. Gewicht, Länge, Grip und Balance der Pfeile müssen zum Spieler passen. Was für Außenstehende simpel wirkt, ist in Wahrheit eine kleine Wissenschaft für sich.
Der sogenannte Barrel ist das Herzstück des Dartspfeils. Länge, Gewicht, Grip und der Punkt, an dem der Barrel angefasst wird, sind entscheidend für den Wurf. „Wir verkaufen meistens Steeldarts, die zwischen 21 und 24 Gramm schwer sind“, sagt Popko-Lier. Günstige Pfeilsets gibt es bei Ihnen schon ab 20 Euro. Dagegen können Pfeilsets in Boxen vom englischen Darts-Weltmeister Luke Littler auch 240 Euro kosten.
Heike und Jens Hirschbach aus Oberg sind extra in den kleinen Laden gekommen, um Probewürfe zu machen. „Auf dem 60. Geburtstag eines Freundes sind wir angefixt worden”, erklärt Jens Hirschberg. Dort hätten sie mal wieder auf eine Scheibe geworfen und Spaß daran gefunden. Sascha Mädel packt geduldig unterschiedliche Pfeile aus und berät seine Kunden, die sich jetzt in der WM-Zeit die Klinke in die Hand drücken.
Für Sascha Mädel ist das Besondere an dem Sport, dass Spieler und Spielerinnen aller Gesellschaftsschichten und aller Altersgruppen miteinander spielen können. Das sieht auch Ralph Ballin vom SV Germania Wierthe so. Er leitet dort die im Jahr 2023 gegründete Darts-Sparte des Vereins. „Ich spiele mit Jugendlichen zusammen, die gerade ihr Abitur gemacht haben“, sagt der 67-Jährige.
Bemerkenswert für ihn ist, dass er auf dem Turnier der Darts-Sparte des TSV Bodenstedt neben dem Spitzensportler Arno Merk seine Pfeile werfen konnte. Den derzeitigen Darts-Hype vergleicht er mit dem Tennis-Boom, den Boris Becker und Steffi Graf mit ihren Erfolgen Ende der 1980er-Jahre ausgelöst hatten. Seine Darts-Sparte in Wierthe ist jetzt so groß, dass zwei Mannschaften aufgestellt werden konnten. Gespielt wird im Dorfgemeinschaftshaus, das zur Darts-Arena wurde.
Neben dem Vereinssport gibt es auch einige Darter, die sich in privater Runde einfach aus Spaß am Spiel treffen, so wie in Sonnenberg in der Scheune von Christian Bort. Seit Sommer 2021 findet dort regelmäßig freitags ein offener Dorf-Treff zum Darten statt. Ende des Jahres richteten sie sogar die zweite Sonnenberger Dartsmeisterschaft aus. Dabei waren Spieler von zehn bis 70 Jahren.
„Ein Riesenspaß mit ernstem Hintergrund“, betont Bort. Denn bei seiner Setzliste wurde auch auf die Spielstärke der Mitspieler geachtet. Die regelmäßigen Treffen zum Spiel genießt er, zumal es in Sonnenberg keine Kneipe mehr gibt, in der solche Treffen abgehalten werden können.
Ob im Verein, beim privaten Treff oder im kleinen Darts-Shop: Der Darts-Sport hat sich in Peine längst etabliert. Er verbindet Generationen, schafft neue Treffpunkte und bietet sportlichen Wettbewerb ebenso wie ein gemeinschaftliches Miteinander. Der Zulauf zeigt, dass Peine eine lebendige Darts-Szene hat. Wünschen kann man allen Spielern nur einen festen Stand, gute Nerven und „Good Darts“.