Polarlichter über Peine
Sonnensturm löst am Himmel in der Region ein farbenprächtiges Naturschauspiel aus

Eine Auswahl mit Polarlichtern von Bettina Hinz aus Sonnenberg/Vechelde.Foto: Bettina Hinz
Peine. Plötzlich sind sie da: Grüne und violette Farbverläufe tanzen am späten Montagabend, 19. Januar, über dem Himmel der gesamten Region. Der Grund sind Polarlichter, die dank eines kräftigen Sonnensturms bis weit in den Süden der Nordhalbkugel reichen. Mehr als eine Stunde lang sind die Nordlichter zu sehen, teilweise selbst in der hellen Stadt mit bloßem Auge. Im Netz feiern die Beobachter ihre beeindruckenden Fotos und Videos.

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Ob über Häusern, Bäumen oder in der freien Landschaft: Überall waren die grünen und violetten Farbverläufe am Montagabend zu beobachten. Es gab nahezu keinen Ortsteil, über dem die Polarlichter nicht zu sehen waren. Die Menschen im Kreis Peine fotografierten sie beispielsweise in Vöhrum, in Stederdorf, in Alvesse in der Gemeinde Edemissen und in Sonnenberg in der Gemeinde Vechelde. Dazu kam dieses Mal nahezu perfektes Wetter: Der Himmel über der Region war fast komplett wolkenfrei, weder Mondlicht noch Nebel behinderte die Sicht.

Rainer Guse vom Astrostammtisch Peine hat das Schauspiel dank spezieller Apps ganz genau verfolgt. „Es fing ab 22 Uhr an, vorher kam die Meldung, dass durch einen starken Sonnensturm Polarlichter möglich sind.“

Durch Eruptionen der Sonne werden elektrisch geladene Teilchen auf das Magnetfeld der Erde geschleudert und erzeugen dadurch das Farbspektakel am Himmel. „Die Teilchen bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von 300 bis 500 Kilometer pro Sekunde. Man kann die Sonnenausbrüche schon erkennen, und nach einer gewissen Zeit kommen die Teilchen hier bei uns an“, erklärt Guse.

Auch Astrostammtisch-Kollege Wolfgang Meirich schwärmt in den höchsten Tönen von den Polarlichtern, die über Peine zu beobachten waren. „Ja, es war bombastisch. Ich konnte mit bloßem Auge grünes Polarlicht am Nordhimmel sehen.“ Seiner Meinung nach sei dies ein Jahrhundert-Polarlicht gewesen. Normalerweise sehe man in den hiesigen Breiten die Polarlichter nicht in Farbe, sondern eher als weißlichen Vorhang. „Erst die Kamera offenbart dann, durch längere Belichtungszeit, die farblichen Lichter“, so Meirich.

Doch diesmal tanzten die grünen Polarlichter über den Himmel sogar in Richtung Süden. Das Sternbild Orion war mit Polarlichtern eingehüllt.

Auch am Tag gehen die Sonneneruptionen weiter. „Wir können die Polarlichter nur leider nicht sehen.

„Ob man Polarlicht sehen kann, das kann aber nicht vorhergesagt werden“, so Meirich. Ein gelegentlicher Blick zum Himmel schade aber nicht. Und auch, wenn sich mit bloßem Auge nichts erkennen lässt: „Moderne Handys zeigen, wenn man sie für drei Sekunden gen Himmel hält, sehr schnell, ob Polarlichter zu sehen sind.“ Etwa alle elf Jahre erreicht die Aktivität der Sonne ihr Maximum und damit auch das Phänomen der Polarlichter. Die Nordlichter waren derart stark, dass sie auch noch deutlich weiter südlich sichtbar waren. In den sozialen Medien gibt es Aufnahmen beispielsweise aus Aachen und Köln, aber auch aus den Alpen.



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