Christina Wotschke, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim, bestätigte, dass es Durchsuchungen in der Wohnung des Mannes in Brandenburg gegeben habe und Beweismittel sichergestellt wurden. Worum es sich handelte, teilte die Sprecherin nicht mit. Der Verdächtige werde nun vernommen, und die Beweismittel würden gesichtet.
Wie eine Mutter berichtete, deren Tochter die betroffene Schule besucht, sei der Fall von der Schule angezeigt worden. Zudem seien die Eltern in einem Rundschreiben darüber informiert worden, dass es „Gruppenchat-Anrufe mit sexuell missbräuchlichen Inhalten“ gegeben habe. Die Eltern seien aufgefordert worden, mit ihren Kindern zu sprechen, ob sie Anrufe erhalten haben und gegebenenfalls Kontakt zur Polizei aufzunehmen. „Die Schule hat sofort gehandelt“, lobt die Mutter.
Um die betroffenen Kinder zu unterstützen, seien außerdem Mitarbeiter der Beratungsstelle Heckenrose, einer Fachberatungsstelle bei sexualisierter Gewalt, in die Schule gekommen, um dort eine offene Beratung anzubieten. Die Leitung der betroffenen Schule war am Montag für unsere Zeitung nicht erreichbar.
Wie konnte ein Fremder in den Video-Gruppenchat der Schüler gelangen? Die Frage müssen nun die Ermittler klären. Nach Angaben der Polizei handelte es sich nicht um eine Schulsoftware. Der Verdächtige sei auch weder eine Lehrkraft noch ein Elternteil der rund 30 betroffenen Kinder. Die Polizei hat den Mann am Freitag, 23. Januar, in seiner Wohnung in Brandenburg aufgespürt. Er soll sich zwei Mal - am 16. und am 20. Januar in den Chat, der per Videotelefonie erfolgte, eingewählt haben.