Eingegangen ist der Alarm kurz nach 8 Uhr, sagt Andree Brathering, Feuerwehr-Einsatzleiter und Ortsbrandmeister von Mehrum. Aus bislang ungeklärter Ursache ist das Feuer in der Halle an der Straße Ackerköpfe ausgebrochen, letztendlich standen 50 Kubikmeter Kompost in Flammen – eine Menge, die in etwa 330 Badewannen-Füllungen entspricht. Brathering vermutet, dass es sich um Selbstentzündung gehandelt haben könnte. Diese Gefahr bestehe vor allem bei großen Mengen an organischem Material.
Im Einsatz waren neben Polizei und Rettungsdienst Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Mehrum, Ohlum, Hohenhameln und Harber. Vor Ort war auch die örtliche Einsatzleitung der Gemeinde Hohenhameln. Unter den 39 Feuerwehrleuten befanden sich 14 Atemschutz-Geräteträger, von denen allerdings nur ein kleiner Teil eingesetzt worden sei, sagt Brathering. Er erklärt, warum so viele Kräfte ausgerückt sind: „Wir haben Erfahrung mit dem Betrieb. Vor mehreren Jahren hatten wir schon einmal einen Einsatz am Biogenen Zentrum, damals hat deutlich mehr gebrannt.“ Aufgrund dieser Erfahrung habe man jetzt schon zu Anfang eine größere Zahl an Einsatzkräften alarmiert.
Bei dem früheren Einsatz im Sommer 2018 war eine Maschine in unmittelbarer Nähe des Kompostwerks in Brand geraten. Vor Ort war die Feuerwehr seinerzeit über mehrere Stunden hinweg mit mehr als 50 Kräften und sechs Fahrzeugen. Gelöscht wurde der Brand von zwei Seiten.
Unterstützt hat beim jüngsten Einsatz auch das Unternehmen Remondis, welches das Biogene Zentrum betreibt. Mit zwei Radladern brachten die Fahrer den brennenden Kompost nach und nach in den Außenbereich. Die Radlader hätten Überdruckkabinen, die ein Eindringen von Staub, Schadstoffen und Gasen verhindern, schildert Brathering. „So können sie auch in verrauchte Gebäude fahren.“
Draußen habe die Feuerwehr den Kompost dann mit einem C-Rohr gelöscht. Bis auf die verbrannte Biomasse sei kein weiterer nennenswerter Sachschaden entstanden, sagt der Einsatzleiter. Auf die Lagerhalle hätten die Flammen nicht übergegriffen. Verletzt wurde glücklicherweise auch niemand. Gegen 10.45 Uhr war der Einsatz für die Feuerwehr beendet.
Nach ersten Informationen der Leitstelle am Mittwochmorgen sollte es sich um einen Großbrand an der Straße Ackerköpfe handeln. Die Polizei ging von einem Feuer in der dortigen Biogasanlage aus, dort sollte eine abgelegene Halle brennen. Wie sich später herausstellte, war der Einsatzort jedoch am Biogenen Zentrum.