Iran-Krise stoppt Urlaub: Auch Peiner Touristen sitzen fest
Viele Nachfragen in Reisebüros – Kunden suchen sich Ersatzziele

Auf der Anzeigetafel ist es zu lesen: Auch am Flughafen Frankfurt wurden einige Flüge wegen des Iran-Kriegs in der Region Naher Osten annulliert.Foto: pixabay
Kreis Peine. Gesperrte Flughäfen, ankernde Kreuzfahrtschiffe, weil der Seeweg versperrt ist: Auch Peiner Touristen sind wegen der Eskalation im Nahen Osten in Dubai, Abu Dhabi oder Doha gestrandet. Peiner Reisebüros halten Kontakt mit ihren Kunden. „Rund zehn sind es bei uns“, bestätigte Geschäftsführer Osman Benzer vom Peiner Reisebüro „Benzer Touristik“.

Trösten, Infos weiterleiten, beraten, beruhigen – vor allem via Whats App kommuniziert Benzers Team mit den festsitzenden Kunden. Nach dem Verkauf und dem Start der Reise sei die Betreuung schließlich nicht beendet, betont Benzer. „Wir fühlen uns bis zur Rückreise verantwortlich für die Kunden – und das lassen wir sie auch spüren“, sagt der Geschäftsführer. Vor Ort würden sich zudem die Reiseleiter der Veranstalter um die Gäste kümmern.

Auch im Tui-Reisebüro in der Peiner Fußgängerzone klingelt derzeit das Telefon einmal häufiger als sonst. „Viele Fragen betreffen Reisen, die in der Zukunft liegen“, schildert Mitarbeiterin Wibke Fiene. Die Kunden wollen wissen: Wie geht es weiter? Doch genau diese Frage ist derzeit nicht so leicht zu beantworten. „Wir empfehlen daher, noch etwas abzuwarten.“ Das gilt auch für Reisende, die Ägypten besuchen wollen. Auch für dieses Ziel gab es zuletzt vermehrt Nachfragen, weil das Land an Israel grenzt.

Problematisch ist die Iran-Krise aber nicht nur für Reisende, die im Nahen Osten Urlaub machen wollen. Die Flughäfen in Dubai, Abu Dhabi oder Doha sind große Drehkreuze, hier steigen auch Fernreisende um, die auf die Malediven oder nach Thailand weiterfliegen wollen. „Das haben wir im Blick“, betont Fiene.

Beobachtet hat sie bereits, dass Kunden sich Alternativen suchen für ursprünglich geplante Reisen in den Nahen Osten. Komplett gestrichen werden die Reisepläne eher nicht. Statt Dubai heißt es nun Kanarische Inseln. Über Ersatzbuchungen freut sich die Reisebranche.

Die Verbraucherzentrale weist jedoch auch darauf hin, dass Kunden bei einer Pauschalreise vom Vertrag zurücktreten können, wenn das Urlaubsparadies wegen außergewöhnlicher Umstände zum Albtraum wird. Kriege, bei denen Raketen und Drohnen im Land einschlagen, sind ein solcher Albtraum.

Wer für die kommenden Tage eine Pauschalreise in ein Land gebucht hat, für das jetzt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts besteht, der kann laut Deutschen Reiseverband kostenfrei auf ein anderes Zielgebiet oder einen anderen Zeitraum umbuchen. Ansonsten gelten die üblichen Storno-Regelungen der Anbieter.

Osman Benzer besuchte am Dienstag übrigens den Auftakt der ITB in Berlin, der weltweit größten Reisemesse. Und auch dort sei die Iran-Krise mit ihren Folgen das Thema Nummer 1 gewesen. Mehrere Aussteller aus betroffenen Ländern, die für ihre Destination werben wollten, hätten nicht anreisen können. „Die Stände waren deshalb leerer“, stellte Benzer fest.

In den vergangenen Jahren hatte er beobachtet, dass Ziele wie Dubai immer beliebter bei den Peinern wurden. Spannende Architektur, Strandwetter wenn hier grauer Winter herrscht, gute Erreichbarkeit mit sechs bis sieben Flugstunden, Shopping und Kulinarik – „Viele wollten da gerne einmal hin.“ Doch derzeit würden viele gerne vor allem weg.

Druckansicht