Erdbeeren zum Selberpflücken: Jetzt geht es los im Peiner Land
Landwirte in der Region laden auf ihre Felder ein

Maik Wiedemann und eine Erntehelferin zeigen leckere Erdbeeren.Foto: Ralf Büchler
Kreis Peine. Viele Erdbeerfans können es kaum erwarten, bis sie die leckeren Vitaminbomben endlich wieder selbst direkt vom Busch ernten können. „Bei uns im Hofladen wird schon seit geraumer Zeit nachgefragt, wann es los geht“, sagt der Adenstedter Landwirt Boris Lauenroth. Nun hat das Warten ein Ende: Die Felder für Selbstpflücker bei ihm und auch bei seinen Berufskollegen Henning Peyers in Dungelbeck sowie den Eheleuten Wiedemann in Bettmar können abgeerntet werden.

Das ist etwas später als im Vorjahr. Grund ist die kühle und feuchte Witterung in den vergangenen beiden Wochen. „Aber da kann man nichts dran machen, wir arbeiten nun mal mit der Natur“, erklärt Lauenroth. Dennoch sei er sehr froh, dass das Unwetter mit heftigem Hagel am Montagabend Adenstedt weitgehend verschont hat. Es ist nur wenige Kilometer entfernt vorbeigezogen und hätte auf dem Erdbeerfeld riesigen Schaden anrichten können.

Auch bei Henning Peyers ging es ein wenige später als im vergangenen Jahr mit dem Selbstpflücken los. „Den Regen der letzten beiden Wochen haben wir aber überall dringend gebraucht. Und die kalten Nächte sind sogar gut für die Früchte: Sie veratmen nachts nicht so viel von dem Zucker, den sie tagsüber per Fotosynthese entwickelt haben. Das heißt, sie bleiben süßer“, erklärt der Landwirt.

Auf seinem Feld an der B65 zwischen Dungelbeck und Peine am Verbindungsweg zum Klinikum kann ab Sonntag die erste Sorte gepflückt werden. „Die Früchte sind zurzeit schön groß, das Ernten macht richtig Spaß“, freut sich Peyers. Insgesamt zehn Sorten hat er angebaut, damit möglichst bis mindestens Mitte Juli erntereife Erdbeeren zur Verfügung stehen. „Einige der Sorten sind auch für mich neu, und ich bin selbst darauf gespannt“, sagt er.

Das Kilo selbst gepflückte Erdbeeren schlägt mit 6,50 Euro zu Buche. Geerntet werden kann an den beiden Pfingsttagen und danach an den Wochenenden durchgehend von 9 bis 18 Uhr, wochentags von 9 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr.

Boris Lauenroth hat im vergangen Jahr erstmals eine neue Anbaumethode ausprobiert, die ursprünglich aus Israel stammt: Die Erdbeeren wachsen auf Wällen, ähnlich wie man es vom Spargel kennt. Sie werden mit Folie abgedeckt. In der Erde liegt ein Tropfschlauch, der für eine gleichmäßige Bewässerung sorgt.

Nach einem Jahr Erfahrung zeigt sich der innovationsfreudige Landwirt sehr zufrieden, auch wenn es im ersten Moment teurer und aufwendiger ist als bisher. „Die Früchte sind sauberer, und es tummeln sich mehr Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen auf dem Feld. Die Gefahr für Staunässe sinkt. Insgesamt ist der Krankheitsdruck der Früchte geringer, so dass deutlich weniger Pflanzenschutz nötig ist“, zählt er die vielen Vorteile auf, die er ausgemacht hat.

Bei Lauenroth in Adenstedt kann auf einem Feld direkt am Hofladen geerntet werden. Der Kilopreis liegt zunächst bei acht Euro, kann aber variieren. Neu ist in diesem Jahr der „Naschtaler“: Alle, die aufs Feld gehen und älter sind als sechs Jahren, zahlen pauschal vier Euro quasi als Eintritt. Der Betrag wird dann beim späteren Kauf angerechnet.

Das hat einen Grund: In der Vergangenheit sei zunehmend direkt vom Feld genascht worden, ohne das etwas gekauft wurde. „Für den Betrieb ist das ein Verlust. Da wollen wir jetzt gegensteuern“, erklärt Lauenroth.

Ebenfalls Erdbeeren zum Selbstpflücken gibt es bei Sabine und Maik Wiedemann. Eines ihrer Felder liegt direkt am Hofladen in Bettmar. Wer selbst Hand anlegt, zahlt für das Kilo 6,50 Euro.

Die leckeren Erdbeeren sind sehr vielseitig und schmecken „solo“ genauso gut wie in vielen raffinierten Rezepten. Das hier abgedruckte Rezept ist ein Tipp von Bianca Lauenroth, der Vorsitzenden des Landfrauenverbands Peine.





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