Und das zu Recht, wie Ortsbrandmeister Tobias Friedrichs im Interview meinte. Denn auf die Frage, ob er etwas zu beanstanden hätte, wenn es um die Freiwillige Feuerwehr gehe, lacht er und winkt ab: „Bei uns läuft alles.“
Es gebe keine Nachwuchssorgen, im Gegenteil: Die Warteliste ist lang. Die Kinder des Ortes wollen dabei sein, wenn es an den Übungsabenden heißt: „Wasser marsch!“ 30 Kinder sind in der Kinderfeuerwehr und ebenso viele in der Jugendfeuerwehr. Und auch der Anteil der Frauen, die sich den Freiwilligen anschließen, nimmt zu. Friedrichs: „Wir haben derzeit zehn aktive Frauen bei uns.“
Dazu gehören Sunny und Paula. Die beiden 16-Jährigen sind seit ihrem sechsten Lebensjahr Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes. Für die beiden ist es selbstverständlich, dabei zu sein, denn Paula sagt: „Was Männer können, das können wir Frauen doch auch.“
Und auch Sunny ist von ihrer Mitgliedschaft überzeugt und sicher, den richtigen Schritt getan zu haben, denn bereits ihr Opa habe den Freiwilligen angehört. Die Familientradition wird hochgehalten. Für die beiden jungen Frauen steht ihr Engagement auch für 100 Prozent Gleichberechtigung.
Ortsbrandmeister Tobias Friedrichs setzt auf Kameradschaft und Zusammenhalt. Der Wettkampf zwischen den benachbarten Feuerwehren sei zudem eine gute Möglichkeit, Netzwerkarbeit zu betreiben. Denn bei Bränden kämen oftmals viele Feuerwehren aus anderen Dörfern hinzu. „Es geht nicht ums Gewinnen, es geht um das Miteinander in der Teamarbeit“, versichert der Oberger.
Er selbst ist seit 22 Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr und seit elf Jahren an der Spitze der Löschkräfte. Dass die Gemeinschaft und auch der Humor in Oberg stimmen, konnten die Besucher beobachten, als die Feuerwehrleute beim Wettkampf nach dem Befehl „Wasser marsch!“ gemeinsam damit begannen, die Schläuche auszurollen und die auf Matten stehenden Eimer gezielt mit dem Wasserstrahl umzuwerfen.
Als ein Highlight des Festwochenendes bezeichnet Friedrichs die Organisation der Blaulichtmeile, bei der es gelang, Polizei und Bundeswehr auf den Festplatz zu holen. „Ich finde es wichtig, nicht nur die Feuerwehr in den Fokus der Bevölkerung zu rücken, sondern auch die anderen Einsatzkräfte, die für Sicherheit sorgen“, betont er.
Bei der Dorfrallye, bei der Jugendwart Ludwig Tinius dabei war und an den unterschiedlichen Stützpunkten nach dem Rechten sah, machten rund 80 Kinder mit und amüsierten sich prächtig.
Bei einem Jubiläum wie diesem wird oft zurück geschaut und Bilanz gezogen. Aber hat die Wehr auch Wünsche für die Zukunft? Auch hier zeigt sich Friedrichs zufrieden: „Wir haben einen neuen Anbau bekommen und im Januar ein mittleres Löschfahrzeug entgegengenommen und eingeweiht. Damit sind wir gut aufgestellt.“
Auf dem Festgelände tummelten sich die Besucher, und die Feuerwehrleute feierten ihr 100-jähriges Bestehen mit Aussagen, die der Bevölkerung auf jeden Fall Zuversicht vermitteln sollten: Wenn sie gebraucht werden, sind sie jederzeit bereit, auszurücken und zu helfen.