Park-Chaos am Eixer See: Security und Ordnungsamt im Einsatz
Warum die Geduld der Kontrolleure endet und Autofahrer jetzt häufiger zur Kasse gebeten werden.

Peine. Wenn es voll wird am Eixer See – und das ist dieser Tage häufig – dann passt Pascal Gerstenberg auf. Am See gibt es Verhaltensregeln, damit es bei den vielen Besuchern an Peines beliebtem Haussee auch klappt mit dem Miteinander. Die Regeln werden nicht immer eingehalten. Trotz klarer Verbotsschilder wird manchmal gegrillt, Hunde werden mit an den Strand gebracht, Fahrräder und Scooter achtlos auf der Wiese abgestellt. „Und wenn das Wetter richtig warm ist, dann wird rund um den See kreuz und quer geparkt, das kann dann richtig gefährlich werden“, sagt Gerstenberg.Landkreis: Generell großes Problem

An der Kopfseite des Sees nach Eixe hin gibt es einen kostenlosen Parkplatz, er reicht – je nach Umsicht der Parkenden – gut und gern für mehr als 100 Fahrzeuge. „Der Platz ist selten überfüllt“, berichtet Christian Horneffer, der direkt neben dem Hauptstrand das Haus am See samt Imbiss und Bootsverleih betreibt. „Dennoch stehen viele Autos an und auf der schmalen Piste zum Parkplatz oder direkt an den Rändern des Sundernwegs“, berichtet er. „Und das wird mehr.“

„Generell ist das Problem des Parkens vor Ort sehr groß, da Badegäste und Besucher ihre Fahrzeuge oftmals in Bereichen abstellen, in denen das Parken nicht erlaubt ist“, bestätigt Fabian Laaß, Pressesprecher vom Landkreis Peine.

Falschparker werden fotografiert

„Wenn wir Fahrer auf frischer Tat ertappen, sprechen wir sie an“, sagt Gerstenberg, dessen Security-Firma C.O.S. im Auftrag der Wirtschafts- und Tourismusfördergesellschaft von Stadt und Landkreis Peine (wito) am Eixer See nach dem Rechten sieht. Knöllchen verteilen dürfen Gerstenberg und seine Kollegen indes nicht. „Wir fotografieren dann die Fahrzeuge, die im Parkverbot stehen, und schicken die Fotos an unsere Zentrale, die das dann ans Ordnungsamt weiterleitet“, erzählt der 31-jährige Sicherheitsmitarbeiter. „Die Zusammenarbeit mit den Behörden funktioniert mittlerweile ganz gut“, sagt der Security-Mitarbeiter.

Zweimal täglich – manchmal vormittags, immer nachmittags, manchmal abends – sind Gerstenberg und seine Kollegen aktuell vor Ort. Meist zu zweit. Schon allein wegen der eigenen Sicherheit. Denn nicht alle Menschen, die Gerstenberg auf Fehlverhalten anspricht, seien sofort einsichtig. Eher im Gegenteil. Egal, ob es um Falschparken, Scooter, Lärm, Feuer oder Müll geht: Häufig würden Ausflüchte gesucht oder um Aufschub gebeten. „Noch fünf Minuten, ja, gleich in fünf Minuten – so etwas höre ich ständig. Und dann ist nach 30 Minuten alles immer noch genauso, wie von uns beanstandet“, erzählt er. Manchmal würden Besucher auch patzig. Dann komme es schon mal vor, dass er sich körperlich etwas aufbauen müsse. Das entfalte dann manchmal Wirkung, erzählt der trainierte, große Mann mit achteinhalb Jahren Erfahrung im Security-Bereich. „Aber ich glaube ohnehin an das Gute im Menschen“, sagt er dann noch mit einem Augenzwinkern. An handfeste körperliche Auseinandersetzungen mit Besuchern erinnert sich Gerstenberg indes nicht.

Ordnungsamt verteilt Knöllchen

Wenn viele Falschparker angetroffen werden, müssten Ordnungsamts-Mitarbeiter direkt rauskommen und Strafzettel verteilen. Das passiere immer öfter. Hundertfach wurden Autofahrer mittels Bescheid in den vergangenen Wochen auf ihr Fehlverhalten hingewiesen – der Bußgeldkatalog weist bis zu 35 Euro als Bußgeld für falsches Parken aus. „Das hat die teils chaotische Lage ein bisschen entspannt“, hat er in den vergangenen drei Monaten beobachtet.

Dennoch bleibe das wilde Parken am See ein ernstes Problem. Beinaheunfälle habe es schon häufiger gegeben, weiß Gastronom Horneffer. Manchmal sei die Straße so sehr von Falschparkern gesäumt, dass dann Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer sich gefährlich nah kämen. Dafür sieht der Bußgeldkatalog dann 55 Euro Strafe vor.



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