In der Region Hannover beschäftigen solche Fälle die Ermittler bereits seit rund einem Jahr. Nach Erkenntnissen der örtlichen Polizei werden Jugendliche vor allem über soziale Medien oder Messenger-Dienste angesprochen. Sie erhalten das Angebot, für eine Provision Geld über ihr Konto weiterzuleiten oder Zugriff auf Konten jüngerer Kinder zu verschaffen. Die Täter nutzen diese Konten anschließend, um Geld aus Straftaten zu waschen. Die betroffenen Jugendlichen werden dabei als sogenannte „Finanzagenten“ angeworben.
So sieht es in Peine aus
Im Landkreis Peine scheint sich die Masche bislang nicht durchgesetzt zu haben. Auf Anfrage unserer Redaktion teilt Polizeisprecher Malte Jansen mit, dass ihm keine Fälle dieser Art vorliegen. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Risiko nicht besteht. Bundesweit warnen Ermittlungsbehörden seit Jahren vor dieser Betrugsmasche, die sich vor allem an junge Menschen richtet.
Banken setzen auf technische Überwachung
Um zu verhindern, dass Konten für Geldwäsche missbraucht werden, setzen die Kreditinstitute auf technische Überwachungssysteme. Verdächtige Transaktionen werden geprüft und bei entsprechenden Anhaltspunkten weitere Schritte eingeleitet.
Daniel Dormeyer, Pressesprecher der Volksbank Brawo, erklärt: „Die Bank verfügt über technische Systeme, die sie bei der Arbeit unterstützen. Auffälligkeiten werden durch Spezialisten untersucht. Dabei werden Finanzagenten-Konten identifiziert.“ Wie genau bei einem Verdachtsfall vorgegangen wird, könne die Bank aus Sicherheitsgründen nicht offenlegen. Die Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden sei dabei jedoch entscheidend. „In unserer Region funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut“, betont Dormeyer.
Auch die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine setzt auf ein gesetzlich vorgeschriebenes Kontrollsystem. „Wir sind gesetzlich dazu verpflichtet, ein regelmäßiges Monitoring durchzuführen. Dies ist systemisch unterstützt“, erklärt Bereichsdirektorin Elke Brandes. Verdachtsfälle würden an die Financial Intelligence Unit (FIU), die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen, gemeldet. „In einzelnen Fälle gibt es Kontakt zu Ermittlungsbehörden.“
Banken warnen regelmäßig vor Betrugsmaschen
Zudem setzen beide Kreditinstitute auf Aufklärung. Die Volksbank Brawo informiert ihre Kundinnen und Kunden „regelmäßig über aktuelle und neue Betrugsmaschen, unter anderem im Online-Banking“.
Die Sparkasse verweist auf Informationsveranstaltungen und digitale Angebote. „Wir bieten für Kunden jeglichen Alters immer wieder Veranstaltungen und Webinare zu verschiedenen Finanzthemen an. Zudem gibt es auf unserer Homepage diverse Sicherheitshinweise, unter anderem zu Betrugsversuchen und Sicherheit im Internet“, erklärt Brandes.
Allgemein gilt: Vorsicht bei vermeintlich einfachen Jobangeboten im Internet. Wer dafür Geld erhalten soll, dass Zahlungen über das eigene Konto laufen oder Geld weitergeleitet wird, sollte das Angebot ablehnen. Denn im schlimmsten Fall könnten Kontoinhaber strafrechtlich in den Fokus der Ermittlungen geraten.