Diese Schlösser und Burgen zählen zu den schönsten in Norddeutschland
Der reisereporter stellt dir sieben Schloss- und Burgfavoriten vor, die einen Besuch wert sind

Traumkulisse: Das Schweriner Schloss liegt direkt am Wasser.Foto: imago images/Shotshop
ob idyllisch am Seeufer, auf Hügeln über der Stadt oder sogar auf einer Insel: Wir reisen mit dir zu den schönsten Schlössern und Burgen in Norddeutschland.

Im Norden Deutschlands gibt es heute noch zahlreiche Bauten, in denen die royalen Geschichten früherer Jahrhunderte spürbar sind.

Von pompös bis nordisch zurückhaltend: Der reisereporter stellt dir seine sieben Schloss- und Burgfavoriten in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen vor, die auf jeden Fall einen Ausflug wert sind.

Schloss Glücksburg, Schleswig-Holstein

Schneeweiße Wände, die von Wasser umgeben sind: Das Wasserschloss Glücksburg in der nördlichsten Stadt Deutschlands präsentiert sich strahlend hell auf einem künstlich angelegten See, nur wenige Hundert Meter von der Flensburger Förde entfernt. Vier identische, achteckige Türme, an jeder Ecke einer, zieren den quadratischen Bau.

Das 1587 erbaute Renaissanceschloss ist seit 1923 ein Museum und kann besichtigt werden: Gemälde, Möbel, Silber und Waffen vergangener Zeiten gehören zum Inventar. Wer in dieser Kulisse, in der einst die Herzöge von Glücksburg und später das dänische Königshaus residierten, heiraten möchte, hat in der Kapelle und im Turmzimmer die Möglichkeit dazu. Und die Location ist gefragt: Über 200 Hochzeiten pro Jahr zählt der Prachtbau.

Das Ambiente des Schlosses wird auch für Veranstaltungen genutzt und im Oktober und November sowie von Januar bis Mai und im Frühjahr gehören nächtliche Führungen durch das über 400 Jahre alte Schloss zum Angebot.

„Alsterschlösschen“

Burg Henneberg, Hamburg

Niemanden würde es wundern, wenn Rapunzel im nächsten Moment ihr langes Haar aus dem Turm im „Alsterschlösschens“ Henneberg in Hamburg werfen würde. Die Burg Henneberg, die auch als „Alsterschlösschen“ bekannt ist, liegt verwunschen an der Alster im Hennebergpark im Stadtteil Poppenbüttel und versprüht ein märchenhaftes Flair.

Die künstliche Ruine ist ein Nachbau der Burg Henneberg im südlichen Thüringen im Maßstab 1:4 und wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Vorgetäuschte Risse in den Mauern sollen den Bau älter erscheinen lassen. Das kleine Bauwerk wird von Hamburg als „wahrscheinlich kleinstes Schloss der Welt“ beworben.

Erhaben sollte die Burg liegen, und so wurde vor dem Bau ein 15 Meter hoher „Berg“ aufgeschüttet, auf dem die Burg thront. Zur Burg gehören ein zwölf Meter hoher Turm, eine am Alsterlauf gelegene Kapelle und ein Rittersaal. Seit 2014 ist das Schloss öffentlich zugänglich und bietet auch Veranstaltungen wie Konzerte, Yogakurse im Rittersaal und Kunstausstellungen an.

Schloss Schwerin,

Mecklenburg-Vorpommern

Auf einer Insel gelegen, blickt das märchenhafte Schweriner Schloss über Schwerin und das umliegende Wasser des Schweriner Sees. Hier residierten einst die Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg-Schwerin, und die Türme mit den vergoldeten Kuppeln versprühen noch immer ein adeliges Flair.

Auf über 1000 Jahre Geschichte blickt das Schloss zurück, und Umbauten Mitte des 19. Jahrhunderts, die sich an französischen Schlössern an der Loire orientierten, verpassten dem Schloss das Aussehen, das wir heute kennen. Das Schloss gilt als die größte und architektonisch wie künstlerisch anspruchsvollste Residenz des 19. Jahrhunderts.

Das Schloss Schwerin dient heute nicht nur als Museum, sondern beherbergt auch das Parlament des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Prachtvolle Räume, Thronsaal und Ahnengalerie, Kunstwerke wie Gemälde und Skulpturen und eine große Porzellansammlung gehören zu den Schätzen im Inneren des Museums.

Der Zauber des Schlosses setzt sich in der weitläufigen Gartenanlage fort. Unter anderem laden die Orangerie im Burggarten an der Rückseite des Schlosses und eine künstliche Grotte am Seeufer zum Verweilen ein. Seit 2024 gehört das Schloss zum Unesco-Welterbe.

Ludwigsluster Schloss, Mecklenburg-Vorpommern

1772 wurde das Residenzschloss in Ludwigslust in Auftrag gegeben, und nichts Geringeres als das Schloss Versailles, eine der größten Palastanlagen Europas, diente als Vorbild. Schloss Ludwigslust wird daher auch als „Versailles des Nordens“ bezeichnet.

Der Bau wirkt weniger verspielt als andere Barockschlösser und präsentiert sich dreigeschossig, mit heller Sandsteinverkleidung und eleganter Fassadengestaltung. Seit Juni 2026 können Besucherinnen und Besucher nach Sanierungsarbeiten wieder sowohl den Ost- als auch den Westflügel besichtigen und Einblicke in die früheren Wohnräume der Herzöge sowie in Audienz- und Ausstellungsräume gewinnen. Ein Highlight ist dabei der Goldene Saal, ein prachtvoller Festsaal in Weiß und Gold.

Das Schloss ist vom Ludwigsluster Schlosspark umgeben, dem weitläufigsten Landschaftspark Mecklenburg-Vorpommerns. Auf einer Fläche, die rund 178 Fußballfeldern entspricht, erstreckt sich der englische Landschaftspark mit Wasserspielen, Grabdenkmälern, einer Grotte und Sondergärten.

Schloss Bückeburg, Niedersachsen

Ein echter Hingucker ist Schloss Bückeburg in Niedersachsen, rund 50 Kilometer von Hannover entfernt. Seit rund 700 Jahren ist das Anwesen der Wohnsitz des Fürstenhauses zu Schaumburg-Lippe und im 16. Jahrhundert wurde die einstige mittelalterliche Wehrfestung zum heutigen Renaissanceschloss umgewandelt.

Verschiedene Schlossführungen erlauben einen Einblick hinter die historischen Mauern und ermöglichen die Besichtigung einiger der rund 250 Räume des Prunkbaus sowie einen Besuch des Marstallmuseums der Fürstlichen Hofreitschule und des Fürstlichen Mausoleums im Schlosspark. Bei der „Hinter den Kulissen“-Führung werden Gänge und Räume gezeigt, die bei anderen Führungen verborgen bleiben. Auch spezielle Touren für Kinder werden angeboten.

Ein 80 Hektar großer, frei zugänglicher Park umgibt Schloss Bückeburg. Vor 200 Jahren wurde er im englischen Landschaftsstil umgestaltet und es gibt seltene Baumarten wie die eigentümlich geformte Süntelbuche, Sumpfzypressen und einen fast 25 Meter hohen Mammutbaum zu bestaunen.

Wasserschloss Winsen, Niedersachsen

Das Wasserschloss Winsen liegt südöstlich vor den Toren Hamburgs in Winsen an der Luhe im Stadtzentrum. Die Entstehung der ehemaligen Wasserburg wird auf das Jahr 1230 geschätzt, Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Burg zum Schloss umgebaut. Der historische Bau wirkt noch immer wehrhaft und sein heute dreiflügeliger Baukörper präsentiert sich im norddeutschen Stil als Backsteinbau mit Fachwerkelementen.

Zu der Geschichte des Schlosses gehört auch ein dunkles Kapitel. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts fanden auf dem Schloss mehrere Hexenprozesse statt. Rund 40 angebliche Hexen wurden hier verurteilt und vor den Toren des Schlosses verbrannt.

Heute ist das Amtsgericht Winsen in den historischen Räumlichkeiten untergebracht und in der malerischen Schlosskapelle finden neben kulturellen Veranstaltungen auch Trauungen statt.

Schloss Schönebeck, Bremen

Auch die Hansestadt Bremen kann mit einem Schloss aufwarten. Das Wasserschloss Schönebeck liegt im Tal der Schönebecker Aue in Bremen-Vegesack und ist im Stil des norddeutschen Fachwerks erbaut. Die Erscheinung des historischen Baus passt zum norddeutschen Understatement: Statt wie ein prunkvolles Schloss wirkt es eher wie ein elegantes Herrenhaus.

Das Entstehungsjahr des Wasserschlosses ist nicht eindeutig geklärt, aber Mitte des 14. Jahrhunderts wurde die Burganlage erstmals urkundlich erwähnt und Mitte des 17. Jahrhunderts zum heutigen Erscheinungsbild umgebaut. Seit 1972 ist das Heimatmuseum hinter den historischen Mauern einquartiert.

Zu den Exponaten des Museums gehören Schiffsmodelle, Galionsfiguren und das komplette Büro des Abenteurers und Forschungsreisenden Gerhard Rohlfs. Letzteres enthält so interessante Ausstellungsstücke, dass es sogar schon zu einem Diebstahl kam: 2018 wurde ein aus Ecuador stammender Schrumpfkopf aus der Vitrine gestohlen.

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