„Herzensbildung“
auf der Leinwand
Schülerinnen und Schüler sprechen mit Geflüchteten über den Film „Wir sind jetzt hier“

Wir sind jetzt hier: 300 Schülerinnen und Schüler erleben nach dem Film noch das Gespräch im Kultiplex.Foto: Stadt Salzgitter 

Anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus hat das Team Jugend- und Demokratiebildung der Stadt Salzgitter weiterführende Schulen der Klassenstufen 9 bis 12 ins Kultiplex in Lebenstedt eingeladen, um den Jugendlichen den Dokumentarfilm „Wir sind jetzt hier“ zu zeigen. Im Anschluss folgte ein Gespräch mit zwei Protagonisten des Films, Najib Faizi und Azim Fakhri, sowie dem Regisseur Niklas von Wurmb-Seibel.

Rund 300 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Fredenberg, der Hauptschule Fredenberg, der Emil-Langen-Realschule und der IGS nahmen teil. Der Film erzählt die Geschichten von sieben jungen Männern, die nach Deutschland geflüchtet sind. Sie sprechen über ihre Flucht, das Ankommen in einer neuen Gesellschaft, über Unsicherheiten und Ängste, aber auch über Hoffnung und Zusammenhalt. Damit eröffnet der Film einen eindrucksvollen und sehr persönlichen Blick auf Lebenswege, die oft nur abstrakt diskutiert werden.

 Im Gespräch nutzen die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, ihre Fragen direkt an die Gäste zu richten und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dabei wurden sehr persönliche und auch grundlegende Fragen gestellt, warum es Rassismus gibt. Azim Fakhri antwortete darauf, dass Bildung eine entscheidende Rolle spiele. Der Regisseur ergänzte diesen Gedanken und betonte, dass es dabei vor allem auf eine bestimmte Form von Bildung ankomme: „Herzensbildung“. Diese entstehe nicht allein im Unterricht, sondern vor allem durch Begegnungen, persönliche Erfahrungen und den direkten Austausch miteinander.

  Auch die Frage, warum dieser Film überhaupt gemacht wurde, beschäftigte die Jugendlichen. Der Regisseur erklärte, dass häufig nur auf eine einseitige und meist negative Weise über Menschen mit Fluchtgeschichte gesprochen wird. Der Film biete hingegen die Möglichkeit, sieben Menschen mit diesen Erfahrungen kennenzulernen, jenseits von Vorurteilen und vereinfachten Darstellungen.

  „Der Kinobesuch und das Filmgespräch machten deutlich, wie wichtig Begegnung, Zuhören und Austausch über Zugehörigkeit und Fremdsein sind, um Vorurteile abzubauen“, betonte Alexandra Leszczynski, Projektleiterin im Team Jugend- und Demokratiebildung. Mit der Veranstaltung setzte die Stadt in der Internationalen Woche gegen Rassismus ein sichtbares und wichtiges Zeichen für Demokratie, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander. Der Film wurde bereits über 100 Mal in Deutschland gezeigt und hat damit vielerorts ähnliche Dialoge angestoßen.

  Lehrkräfte, die Interesse haben, den Film ebenfalls mit einem begleitenden Gespräch an ihrer Schule anzubieten, können sich an das Team Jugend- und Demokratiebildung im Fachdienst Kinder, Jugend und Familie wenden per E-Mail an (jugendunddemokratiebildung@stadt.salzgitter.de). Ansprechpartnerin ist Alexandra Leszczynski.

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