Branche steht unter massivem Druck
Justin Wiedemann ist neuer Obermeister
der Friseur-Innung Wolfenbüttel-Salzgitter

Salzgitter. Das Friseurhandwerk hat mit massiven Herausforderungen zu tun. Darauf verwiese die bisherige Obermeisterin Susanne Dillge in der Jahresversammlung der Innung Wolfenbüttel-Salzgitter. Nachwuchsmangel, steigende Betriebskosten und der Wettbewerbsnachteil durch unfaire Bedingungen setzten viele Friseursalons unter Druck.

Zwar ist die Nachfrage nach Schönheitsdienstleistungen hoch, dennoch kämpfen viele Betriebe mit steigenden Kosten, Fachkräftemangel, verändertem Konsumverhalten und zunehmendem Wettbewerbsdruck. Gleichzeitig wurde betont, dass das Friseurhandwerk weit mehr ist als ein reiner Dienstleistungsberuf – es verbindet handwerkliches Können mit Kreativität und sozialem Austausch.

Die wirtschaftlichen Zahlen zeigen ein gemischtes Bild: Im ersten Quartal konnte ein Umsatzplus von rund 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielt werden. Dieses Wachstum liegt jedoch unter der Inflationsrate und ist vor allem auf notwendige Preisanpassungen zurückzuführen. So stiegen unter anderem die Preise für Herren- und Kinderhaarschnitte deutlich. Gleichzeitig führt ein zurückhaltendes Ausgabeverhalten vieler Kundinnen und Kunden zu sinkenden Besucherzahlen in den Salons.

Auch der Ausbildungsbereich bleibt eine zentrale Herausforderung. Die Zahl der Auszubildenden steigt nur langsam und reicht weiterhin nicht aus, um den Bedarf zu decken. Die Innung sieht es daher als wichtige Aufgabe, den Beruf attraktiver zu gestalten und langfristig mehr junge Menschen für das Friseurhandwerk zu begeistern.

Aus dem Gesellenprüfungsausschuss teilte Vorsitzende Marina Karacic mit, dass in der Sommerprüfung 2025 von insgesamt sechs Auszubildende vier bestanden haben. Zurzeit wird nur das zweite Lehrjahr in der BBS am Fredenberg unterrichtet wird. Das erste und dritte Lehrjahr besucht die BBS in Braunschweig, da die Schülerzahlen in Salzgitter für eine eigene Klasse unter sieben liegen und somit zu gering seien. Marina Karacic appellierte an die Ausbildungsbetriebe, ihre Auszubildenden an der BBS am Fredenberg anzumelden, um die Ausbildung in Salzgitter zu behalten. Die BBS in Wolfenbüttel (CLGS) hat die Ausbildung der Friseure bereits vor einigen Jahren eingestellt.

Geschäftsführer Andreas Böhmken berichtete über die Aufnahme des Friseurhandwerks in den Branchenkatalog der Schwarzarbeiterbekämpfungsgesetzes. Dies führe unter anderem dazu, dass alle im Friseursalon tätigen Personen künftig ein gültiges Ausweisdokument mitführen müssen. Ferner besteht die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung. „Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit aber auch Landesbehörden dürfen seit 2026 bei Verdacht auf unerlaubtes Handwerk oder Schwarzarbeit unangekündigt kontrollieren.“

Die Friseur-Innung wählte einstimmig Justin Wiedemann aus Wolfenbüttel zum neuen Obermeister. Seine Vorgängerin Susanne Dilge hatte sich entschieden, nicht erneut zu kandidieren. Sie bleibt der Innung jedoch weiterhin erhalten und wurde gemeinsam mit Esra Yakupoğlu-Eren zur stellvertretenden Obermeisterin gewählt. Während Susanne Dilge den Bereich Wolfenbüttel vertritt, übernimmt Esra Yakupoğlu-Eren diese Funktion für Salzgitter. Die Aufgabe als Lehrlingswart übernimmt Markus Fischer, Schriftführer ist Axel Mosig und Kassenwart Malte Jahns. Als Beisitzer gehören Marina Karacic, Kevin Sogretziki und Matthias Kramer dem Vorstand an.

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