Mit Sport gegen den Brustkrebs
Der ZONTA Club sorgt mit Hilfe der HWA Stiftung für ein kostenloses Trainingsangebot in Salzgitter

Laden ein zu den Sportkursen: ZONTA-Präsidentin Anke Döring, Initiatorin Gudrun Witte-Dietz, Niklas Holland (Inhaber des Gesundheitszentrums) und Sportwissenschaftlerin Miriam Paurat wollen Frauen helfen, die an Brustkrebs leiden. Foto: sz-pa/rk
Salzgitter. Der ZONTA Club Salzgitter hat eine Initiative gestartet, um Frauen zu unterstützen, die Brustkrebs haben. Denn wie wichtig der Sport neben der medizinischen Behandlung für den Heilungsprozess ist, machte Sportwissenschaftlerin Miriam Paurat im vergangenen Jahr beim Herbstsymposium im Städtischen Klinikum in Wolfenbüttel klar. Im Publikum saß Frauenärztin Gudrun Witte-Dietz aus Salzgitter, die sich ans Werk machte, ein solch spezialisiertes Angebot in der Stadt möglich zu machen – und zwar kostenlos für die Betroffenen.

„In meinem Praxisalltag sehe ich täglich, wie wichtig eine ganzheitliche Begleitung nach der Diagnose ist. Medizinische Therapien retten Leben, aber gezielter Sport gibt den Patientinnen Lebensqualität und Kontrolle über ihren eigenen Körper zurück“, sagt Gudrun Witte-Dietz, die auch Mitglied im ZONTA Club ist. Zusammen mit diesem und mit finanzieller Hilfe der Hans und Wiebke Andresen-Stiftung ist es ihr gelungen, einen Sportkurs ins Leben zu rufen, der möglichst eine dauerhafte Einrichtung werden soll - denn Brustkrebs-Patientinnen wird es immer geben. Jeden Dienstag um 13 Uhr beginnt das 45-minütige Training im Gesundheitszentrum am Bahnhof in Lebenstedt. Sieben Patientinnen nehmen bisher teil, 15 Plätze gibt es.

Die Leitung hat die Leichtathletin und ehemalige Masters-Europameisterin Miriam Paurat, die vor vier Jahren selbst die niederschmetternde Diagnose erhielt und sich seitdem intensiv mit dem Thema beschäftigt hat. „Bewegung ist auch sonst sehr wichtig, aber besonders bei Brustkrebs“, sagt Miriam Paurat. Sport wirkt nach ihren Worten auf mehreren Ebenen: Er senke nachweislich die Sterblichkeit, steuere gegen das Ermüdungssyndrom oder helfe dabei, die Knochendichte zu erhalten.

Miriam Paurat kennt die Bedürfnisse der Frauen genau, kennt die Sorgen, Ängste und körperlichen Grenzen. Sie selber spricht von einer „Herzensmission“ und ist glücklich, dass es dem ZONTA Club gelungen ist, ein wöchentliches Training in Salzgitter einzurichten. Dabei ist ihre Aufgabe nicht leicht, denn die Teilnehmerinnen kommen aus allen Altersgruppen, sind unterschiedlich fit und haben alle einen anderen Therapielevel. „Es gibt Phasen, da fühlt sich ein Spaziergang an wie ein Marathon“, berichtet sie aus eigener Erfahrung. Jede Frau bekommt ein individuelles Ganzkörpertraining, eingesetzt werden Thera-Bänder, Bälle, kleine Hanteln oder die Koordinationsleiter. Auch wenn sie die Intensität anpasst an laufende Strahlentherapien oder medikamentöse Behandlungen, bittet sie jede Teilnehmerin, „vorher eine ärztliche Freigabe einzuholen“.

Miriam Paurat möchte den Frauen zeigen, wie viel Kraft noch in ihren Körpern steckt. Doch nicht nur physisch hilft der Kurs, sondern auch psychisch. Miriam Paurat bezeichnet das Training in einem geschützten Raum als mentale Stütze und sicheren Hafen für die Frauen, die sich durch ihr Schicksal verbunden fühlen und einander gut verstehen können. Ein Einstieg in den laufenden Kurs ist für Patientinnen jederzeit und unkompliziert möglich. Anmeldung bei Miriam Paurat unter Tel. (0151) 40339111 oder per E-Mail an info@mirigo.de.

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