Wenn ohne Worte aus
dem Nichts alles wirdAnrufen und
gewinnen
Komödiantin Gardi Hutter eröffnete 1985 die umgebaute Kniki,
am 1. November zeigt sie ihr neues Programm

Mit minimalen Mitteln und maximaler Ausdruckskraft: Clownerin Gardi Hutter, die schon 1985 in Salzgitter-Bad zu Gast war, kommt am 1. November in die Kniki.Foto: Stephan Bundi 
Salzgitter. Die Kleinkunstbühne freut sich auf ein besonderes Gastspiel. Denn am Sonntag, 1. November, um 20 Uhr kommt Gardi Hutter in die Kniestedter Kirche nach Salzgitter-Bad. Für den Vorsitzenden Wolfgang Pozzatto ist jeder Besuch von ihr eine Auszeichnung. Immerhin war sie eine der ersten Künstlerinnen, die nach dem Umbau den neuen Kulturtempel mit Leben füllte. Das ist mehr als 40 Jahre her. Zusammen mit Kollegin Minnie Marx zauberte sie im Januar 1985 mit dem Kabarett „Abracatastrophe“ ein hochgelobtes Hexenstück mit allerlei Gags und optischen Effekten auf die Bühne.

Und bis heute hat sich an ihrer „herausragenden Performance“ nichts geändert, findet Wolfgang Pozzato. „Unbedingt sehenswert“ sagt er und verweist darauf, dass Gardi Hutter dieses Jahr für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde mit dem Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz zum Deutschen Kleinkunstpreis. Sie habe die Kunst der Clownerie neu definiert, urteilte die Jury. Seit Jahrzehnten hebe Gardi Hutter die Grenzen zwischen Komik, Tragik und Poesie auf und zeigt, dass eine einzige Figur – ihre unnachahmliche Clownfrau Hanna – mehr über die menschliche Seele erzählen kann als Worte.

„Mit radikaler Körperlichkeit, präzisem Timing und einer unerschütterlichen Bühnenpräsenz erschafft sie Momente, in denen das Publikum gleichzeitig lacht, schluckt und staunt. Von Wahrhaftigkeit anstatt von Sprache getragen, ist ihre Kunst universell verständlich“, heißt es über die Frau, die Generationen von Künstlerinnen inspiriert habe, die Bühne zu betreten, eigene Ausdrucksformen zu finden und mutig den Raum einzunehmen. „Sie ist nicht nur eine Pionierin des zeitgenössischen Clownspiels, sondern auch eine Meisterin der leisen Wucht, die weit über die Kleinkunst hinausstrahlt.“

In Salzgitter-Bad stellt die Ehrenpreis-Trägerin ihr Programm «gardiZERO» vor, eine Hommage an die Kraft der Verwandlung – sei es die Geburt eines neuen Lebens, die Evolution der Natur oder die ständige Veränderung in uns selbst. Gardi Hutter zeigt, dass das Nichts nicht leer, sondern voller Möglichkeiten ist.

Das Solostück wird als „philosophische und vergnügliche Auseinandersetzung mit dem Anfang aller Dinge“ beschrieben. Aus der scheinbaren Leere erwächst Leben, aus dem Chaos entsteht Ordnung, und aus dem Nichts wird - alles. Mit ihrem eigensinnigen Humor und ihrer großartigen Körperlichkeit begibt sich die Clownerin auf eine Reise vom ersten Zucken bis zur kompletten Verwandlung. Der Mikrokosmos Theater wird zum kreativen und komischem Makrokosmos.

Gardi Hutter lädt ihr Publikum ein, die Schönheit des Ursprungs, der Verwandlung und der Geburt zu entdecken. „Ein Fest der Fantasie: clownesk, grotesk, poetisch“, heißt es in der Ankündigung. Tickets gibt es für 20 Euro im Vorverkauf im Lesenzeichen in SZ-Bad oder in der Flugbörse in Lebenstedt (Abendkasse 23 Euro).

Die Kleinkunstbühne und ­hallo Salzgitter verlosen dreimal zwei Karten für den Abend mit Gardi Hutter am Sonntag, 1. November, um 20 Uhr in der Kniki. Wählen Sie einfach die ­Hotline (0137) 988082705 und folgen Sie der Ansage. Alle Anrufe, die am 24. und 25. Oktober 2026 eingehen, ­nehmen teil. Die Gewinner und Gewinne­rinnen werden telefonisch ­benachrichtigt. Der Anruf kostet 50 Cent aus dem Festnetz, Mobilfunktarife können abweichen.

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