Die Vergabe der Halbjahreszeugnisse ist in vielen Familien ein kritischer Termin. Zwar haben die Klassenarbeiten im ersten Halbjahr schon deutlich gemacht, wie sich die Leistungen des Kindes entwickeln. Dennoch sind manche Eltern ratlos, wie es angesichts der schlechten Noten weitergehen kann, damit das Kind die Versetzung schafft oder den Übertritt in die gewünschte weiterführende Schule. Daher hat der VNN Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen e.V. sechs Tipps zusammengestellt, wie Eltern am besten mit enttäuschten Erwartungen und schlechten Noten umgehen.
Auch Kinder sind enttäuscht oder niedergeschlagen, wenn das Zeugnis schlecht ausfällt. Daher sollten Eltern nicht schimpfen oder ihrem Kind Vorwürfe machen. Wichtig ist es, ihm deutlich zu machen, dass ein schlechtes Zeugnis nichts an ihrem Gefühl für das Kind und dem Eltern-Kind-Verhältnis ändert.
In einer ruhigen Atmosphäre sollten die Eltern mit dem Kind über mögliche Gründe für die schlechten Noten sprechen: Liegt es am Stoff, am Tempo, an fehlender Motivation oder an äußeren Faktoren? Eltern sollten zuhören, nachfragen und das Kind einbeziehen in die Entscheidung über künftige Lernwege.
Ein Gespräch mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer kann zusätzliche Impulse liefern - für die Ursachen und mögliche Lösungen.
Wichtig für den Erfolg sind realistische Lernziele und ein in die Praxis umsetzbarer Weg dorthin. Das heißt beispielsweise: Wenn das Kind sich in Deutsch von einer Fünf auf eine Vier verbessern will, sollte es jeden Tag 30 Minuten Hausaufgaben üben - am besten zu festgelegten Lernzeiten. Zu prüfen ist auch, ob das Kind Unterstützung beim Lernen braucht.
Kinder sollten nicht erst gelobt werden, wenn die Noten sich verbessern, sondern schon dafür, dass sie den Lernplan einhalten, sich anstrengen und sich erster Lernfortschritte zeigen. Das motiviert, steigert das Selbstvertrauen und wirkt sich mittelfristig auch in besseren Noten aus.
Manche Kinder in der Grundschule sind noch sehr verspielt. Daher sollte auch das Lernen spielerisch sein, damit es Freude macht.
Die Pubertät ist eine Achterbahnfahrt. Die meisten jungen Menschen interessieren sich für Vieles, nur nicht für die Schule. Druck aufbauen wäre auch hier der falsche Weg. Eltern sollten Interesse zeigen, jederzeit gesprächsbereit sein, aber dem Jugendlichen auch Eigenverantwortung übertragen.