Stromverbrauch verrät illegale Drogen-Plantage
Staatsanwaltschaft bestätigt Hinweise auf abgeerntete Anlage in leerem Landgasthaus

Polizeilich versiegelt: Im Landgasthaus in Brenneckenbrück, das dem Brückenneubau auf der B188 weichen soll, entdeckte die Polizei eine abgeerntete Drogen-Plantage.Foto: dirk Reitmeister
Brenneckenbrück. Bei der spektakulären Hausdurchsuchung in Brenneckenbrück ging es offenbar tatsächlich um eine illegale Drogen-Plantage in dem leer stehenden Landgasthaus. Das bestätigte jetzt Christina Wotschke, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim, auf Nachfrage. Auslöser der Ermittlungen war übrigens die LSW.

Mit einem Großaufgebot durchsuchte die Polizei Gifhorn mit ihren Kräften aus dem Einsatz- und Streifendienst sowie Unterstützung der Bereitschaftspolizei am Freitag, 6. Februar, einen Gebäudekomplex in Brenneckenbrück, zu dem das leerstehende Landgasthaus und das angrenzende Wohnhaus des Campingplatzbetreibers gehören. Für beide Objekte lag ein entsprechender Beschluss vor. Fündig wurden die Ermittler im leerstehenden Landgasthaus, wie Wotschke jetzt konkret bestätigt.

„Es wurden Hinweise auf eine abgeerntete Plantage gefunden“, so Wotschke. „Die Beweismittel sind gesichert.“ Die Ermittlungen richten sich ihr zufolge gegen den Eigentümer des leer stehenden Landgasthauses. Der Bewohner des benachbarten Gebäudes, den der Einsatz in Angst und Schrecken versetzt hatte,

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hat damit nichts zu tun. Er gilt laut Wotschke als Zeuge. Die Polizei sicherte bereits zu, dass der Schaden an den aufgebrochenen Türen ersetzt wird.

Aber wie kamen die Ermittler der Indoor-Plantage überhaupt auf die Spur? In Fachkreisen gelten der in Blütezeit sehr auffällige Geruch bei Cannabispflanzen, abgeklebte Scheiben und ein auffälliger Stromverbrauch, dieser in Verbindung mit sogenanntem illegalen Stromabgriff, als Haupthinweise. Wotschke nannte im konkreten Fall den „hohen und unregelmäßigen Stromverbrauch“ als Auslöser, dass sich die Ermittler das Objekt mal genauer vornahmen. Die LSW sei stutzig geworden und habe die Polizei eingeschaltet.

Das bestätigt LSW-Sprecherin Birgit Wiechert auf Nachfrage. „Kunden meldeten der LSW Netz Spannungsschwankungen im Bereich des Landgasthauses und des benachbarten Campingplatzes.“ Die Analyse habe eine einwandfreie Funktion der Anlagen ergeben. „Dadurch kam als Ursache ein außergewöhnlich hoher Verbrauch in diesem Gebiet in Frage.“ Was jedoch die Stromzähler nicht angezeigt hätten.

In einem solchen Fall kommt laut Wiechert nur noch eine Konsequenz infrage: „In dieser Konstellation zeigt die LSW grundsätzlich den Verdacht eines möglichen Stromdiebstahls (§ 248c Entziehung elektrischer Energie, Strafgesetzbuch (StGB)) bei der Polizei an.“ Dieser Hinweis und folgende polizeiliche Ermittlungen führten letztlich zum Einsatz in Brenneckenbrück.



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