„Das Vorhaben umfasst die Projektbestandteile ‚Bohrungen‘ und ‚Leitungen‘," erklärt Björn Wechsel, Pressesprecher von Vermilion. Der Projektbestandteil „Bohrungen“ umfasse die Ablenkung von 21 bestehenden Bohrungen. Zudem soll eine bestehende Förderbohrung in eine sogenannte Einpressbohrung umgewandelt werden, mit der mitgefördertes Lagerstättenwasser wieder in die Lagerstätte geleitet wird.
Der Projektbestandteil „Leitungen“ umfasse den Ersatz bereits bestehender (Alt-)Leitungen durch neue Leitungen. „Mit dem Einsatz von modernen Werkstoffen und Leckageüberwachungssystemen trägt der Leitungsneubau zur langfristigen Sicherung der Anlagenintegrität bei“, führt Wechsel aus.
Mit diesen Maßnahmen soll der dauerhaft sichere Betrieb der Förderanlagen gewährleistet und die Förderung der Erdölfelder stabil gehalten werden. „Aus den Feldern wird seit den 1950er Jahren Erdöl produziert“, weiß Wechsel. „Die Förderung der bestehenden Bohrungen sinkt über die Betriebsdauer, sodass kontinuierliche Investitionen erforderlich sind, um die Produktion aufrechterhalten zu können.“
Immense Kosten: Für das Vorhaben ist ein Investitionsvolumen im hohen zweistelligen Millionenbereich erforderlich, verteilt über mehrere Jahre. Unter der Voraussetzung, dass alle erforderlichen behördlichen Genehmigungen vorliegen, ist vorgesehen, erste Maßnahmen frühestens ab 2027 über mehrere Jahre umzusetzen.
Für die Arbeiten ist ein Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung sowie einer umfassenden Öffentlichkeitsbeteiligung nötig, wie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mitteilt. Die Antragsunterlagen dazu werden jetzt ausgelegt. Die Unterlagen können bis zum Montag, 27. April, ausschließlich online eingesehen werden, etwa auf der Seite des LBEG. im InternetWeltpolitische Konflikte, wie aktuell der Iran-Krieg, sind für Energieanbieter wie Vermilion von großer Bedeutung. „Als international tätiges Unternehmen beobachten wir die geopolitischen Entwicklungen aufmerksam“, erläutert Björn Wechsel. „Kurzfristige geopolitische Ereignisse haben aber keinen direkten Einfluss auf die laufenden oder geplanten Maßnahmen an unseren deutschen Standorten.“
Denn Vermilion sei kein kurzfristig agierendes Unternehmen, sondern ein langfristig planender Betreiber von Anlagen zur Förderung von Erdöl und Erdgas. „Produktionsentscheidungen und Investitionen erfolgen nicht reaktiv auf Tagespreise, sondern im Rahmen mittel- und langfristiger Planungen sowie unter Berücksichtigung regulatorischer Vorgaben“, erklärt der Unternehmenssprecher.
Die Frage, ob Vermilion von den aktuell hohen Benzinpreisen auf Kosten der Bevölkerung profitiere, verneinte Wechsel deutlich: „Vermilion setzt keine Kraftstoffpreise fest und verkauft keine Produkte an Endverbraucher.“ Das in Niedersachsen produzierte Erdöl werde an inländische Raffinerien geliefert und dort weiterverarbeitet. „Die Preise an Tankstellen ergeben sich aus einer Vielzahl von Faktoren, darunter Energiesteuer, CO₂-Abgabe und Mehrwertsteuer, die zusammen einen erheblichen Anteil des Preises pro Liter Kraftstoff ausmachen“, sagt Wechsel.