Beim Standesamt im Gifhorner Rathaus ist man auf den Ansturm vorbereitet. Mit zehn Eheschließungen sei der 26.6.26 bereits ausgebucht, teilt Rebecca Levermann von der Pressestelle der Verwaltung mit. Gleich zu Beginn des Sommermonats bietet sich aber noch eine weitere Chance für das besondere Datum: Am 6.6.26 seien ebenfalls schon alle verfügbaren Termine zum Heiraten vergeben. Damit sind diese beiden Tage deutlich die Spitzenreiter beim Gifhorner Standesamt.
Wann immer sich ein Schnapszahl-Datum in einem Jahr ergibt, erfreut sich dieser Tag bei Ja-Sagern erfahrungsgemäß größter Beliebtheit. Nur eine Ausnahme gab es zuletzt: Der 22.2.2022 erlebte keinen besonderen Ansturm aufs Standesamt. Das hatte allerdings auch einen durchaus nachvollziehbaren Grund: Wegen der Corona-Pandemie mussten strenge Hygienekonzepte eingehalten
werden, die Möglichkeit, groß mit Familie und Freunden zu feiern, war daher stark eingeschränkt. Das ließ manche Paare zögern und das geplante Fest auf einen späteren
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verschieben.
Grundsätzlich ist das Vormerken eines Hochzeits-Wunschtermins bei der Stadt Gifhorn neun Monate vorher möglich, die feste Anmeldung der Eheschließung könne aber aus rechtlichen Gründen frühestens sechs Monate vor dem Termin vorgenommen werden. Bestimmte Zeitvorgaben gibt es allerdings nicht. Auch relativ spontan macht das Standesamt Gifhorn das Ja-Wort möglich. So gebe es durchaus auch Paare, die bereits eine Woche nach Anmeldung getraut würden.
Solche kurzfristigen Heiratswünsche kennt auch Meike Krenz, freie Rednerin und Veranstaltungsplanerin, zu gut. Viele Paare planten die Hochzeit zwar nach wie vor mit rund einem Jahr Vorlaufzeit, aber das nehme ab. Inzwischen würden manche Paare erst wenige Wochen vor der Trauung die Planung rund ums Feiern fix machen. Was aktuell - noch - festzustellen sei, dass Schnapszahl-Daten für Heiratswillige gefragt seien. Aber es gibt auch Phänomene, die sie sich nicht erklären kann. „Manchmal ist die Nachfrage für Termine stark und man kann sich nicht erklären, warum das Datum so begehrt ist.“
Übrigens: Trends kommen und gehen auch hier. Der Mai, einst der Hochzeitsmonat schlechthin, sei inzwischen abgelöst - „September ist der neue Hochzeitsmonat“, sagt Meike Krenz. Das sei ziemlich sicher eine Reaktion auf sommerliches Extremwetter der vergangenen Jahre. Der Monat September sei zuletzt beständig gewesen, biete durchaus noch milde Temperaturen.
Unabhängig von Wetter und Schnapszahlen orientierten sich Paare aber auch an persönlichen Daten wie Jahrestagen oder dem Geburtstag von einem der beiden Partner.
Motive, warum man sich genau dieses eine Datum fürs Ja-Wort wünscht, seien vielfältig. Sie selbst verrät lachend ihre eigene Idee: „Sollte ich noch einmal heiraten, ist das an Silvester. Danach ist immer ein freier Tag.“
Einen zum Feiern günstigen Wochentag bietet der 26.6.26 übrigens auch noch: Es handelt sich um einen Freitag. Wobei den Tag auch die Kirche nutzt. Dort gibt es nach einem kurzen Vorgespräch im Rahmen des Pup up-Hochzeitsfestivals eine kleine individuelle Trau-Zeremonie inklusive Musik und Segen in und an der St.-Nicolai-Kirche in Gifhorn. Schon in 2025 gab es die Premiere dieses „Eevents“ - am Schnapszahl-Datum 25.5.25.