Umweltverschmutzung durch wilde Müllkippen

Alte Reifen machen mit zwölf Tonnen einen Großteil illegal entsorgten Mülls aus.foto: Sebastian Preuß

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könnte eine Strafe in Höhe von bis zu 25.000 Euro verhängt werden.

Und: Der Fundort befindet sich im Landschaftsschutzgebiet „Gifhorner, Winkeler und Fahle Heide und angrenzende Landschaftsteile“, das ebenfalls beeinträchtigt wurde. Dahinterliegende Flurstücke waren versperrt und auch für Einsatzfahrzeuge war der Waldweg nicht mehr passierbar. Möglicherweise könnte die illegale Müllentsorgung damit sogar eine Straftat darstellen.

„Das war der bisher schlimmste Fall in diesem Jahr“, heißt es dazu von Anja-Carina Riechert, der Pressesprecherin des Landkreises. Aber nicht der einzige. Insgesamt wurden schon elf Tonnen illegal entsorgte alte Reifen in diesem Jahr im Kreis entdeckt. Das entspricht fast der Gesamtmenge von illegal entsorgtem Müll, der im Jahr 2024 gefunden wurde - zwölf Tonnen waren es damals.

Der Landkreis ist für die Entsorgung wilder Müllkippen zuständig - und immer öfter gefordert. Auch in Sachen alter Reifen. Erst Ende August 2025 waren mehrere Dutzend von ihnen im Wald zwischen dem Wilscher Erikasee und der Bundesstraße 4 nördlich von Kästorf entsorgt worden. Aus der Bevölkerung hatte es am 1. September einen entsprechenden Hinweis gegeben. Als der Landkreis die Reifen entsorgen wollte, waren sie allerdings schon weg - offenbar hatte der Verursacher „kalte Füße“ bekommen und die Reifen selbst wieder abtransportiert. Alte Reifen machten 2025 mit rund zwölf Tonnen übrigens einen Großteil des Gesamtaufkommens aus bei illegal entsorgtem Müll.

Überhaupt hatte es 2025 einen traurigen Rekord gegeben - mit rund 17 Tonnen illegalen Mülls. Darunter war auch ein auf einem Feldweg im Nordkreis abgestellter Wohnwagen in einem - so die Polizei damals - „abgewirtschafteten Zustand“. Das Gefährt stand dort ohne Kennzeichen und mit unkenntlich gemachter Fahrzeugidentifikationsnummer, dafür aber befüllt mit Restabfällen und Exkrementen, wie sich Anja-Carina Riechert erinnert.

Schon elf Tonnen alter Reifen, dazu einige weitere Funde: Es zeichnet sich bereits Anfang Mai ab, dass 2026 wieder ein Jahr mit einem traurigen Rekord werden dürfte. Zum Vergleich: 2024 hatte es an 86 Stellen insgesamt „nur” rund zwölf Tonnen illegal entsorgten Mülls gegeben.

Parallel zu den Abfallmengen steigen übrigens auch die Entsorgungskosten. Und die müssen von allen Bürgern über die Abfallgebühren getragen werden, sofern sich die Verursacher nicht feststellen lassen. Für die Entsorgungen im Jahr 2024 beispielsweise zahlte der Landkreis 46.500 Euro, ein Jahr zuvor waren es 30.400 Euro.

Werden Verursacher ermittelt, kann es für sie teuer werden. In der Regel drohen Bußgelder, gemäß Bußgeldkatalog kann der Landkreis Bußgelder von 50 bis 25.000 Euro fordern. Bei gefährlichen Abfällen wird strafrechtlich ermittelt und nach dem Strafgesetzbuch entschieden. In solchen Fällen drohen Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe.

Zur Einordnung: Die genannten Zahlen beziehen sich nur auf wilde Müllkippen, also Ansammlungen illegal entsorgten Mülls. Hinzu kommen noch die sogenannten Straßenreinigungsabfälle - also beispielsweise leere Getränkedosen, Fast-Food-Verpackungen oder Zigarettenschachteln, die achtlos weggeworfen werden. Die Gesamtmenge der Straßenreinigungsabfälle hat sich in den vergangenen Jahren verdreifacht: Im Jahr 2022 betrug die Menge noch 0,7 Tonnen. Ein Jahr später lag die Menge bereits bei 21,7 Tonnen. Und im Jahr 2024 mussten schon 71,7 Tonnen entsorgt werden.

„Illegal entsorgte Abfälle sind leider kein Einzelfall. Bürgerinnen und Bürger können solche Sichtungen jederzeit über die Abfall-App des Landkreises Gifhorn melden. Auch Hinweise auf mögliche Verursacherinnen oder Verursacher werden verfolgt, um diese in die Verantwortung nehmen zu können“, sagt Kreisrätin Ute Spieler. Weitere Informationen zur Abfall-App erhalten Interessierte unter www.landkreis-gifhorn.de/abfall-app.

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