„Wer im Landkreis Gifhorn auf den Feldern oder in Gewächshäusern arbeitet, den kann es treffen: Ein erhöhtes Risiko, Parkinson zu bekommen. Und zwar immer dann, wenn er über Jahre häufig mit Pflanzenschutzmitteln zu tun hatte“, sagt Simone Hoffmeister, Bezirkschefin der IG Bau Nord-Ost-Niedersachsen. „Patienten haben, wenn es um eine Berufserkrankung geht, die Chance auf eine intensive Betreuung“, so Hoffmeister.
Das Parkinson-Syndrom durch Pestizide ist als Berufskrankheit anerkannt. Betroffene müssen nachweisen, dass sie in ihrem Berufsleben mindestens 100 Tage mit Fungiziden, Insektiziden oder Herbiziden gearbeitet haben. Wer diese Voraussetzung erfüllt, hat Anspruch auf Unterstützung durch die gesetzliche Unfallversicherung – von medizinischer Versorgung bis zu Geldleistungen durch die Berufsgenossenschaft.
Das Risiko beschränkt sich nicht auf klassische Agrarberufe. „Auch bei Sanierungsarbeiten wird mit Pestiziden gearbeitet. Gerade im Sanitärbereich kommen häufig Baustoffe mit Anti-Schimmelmitteln zum Einsatz. Und die enthalten oft Pestizide“, erklärt Hoffmeister. Auch Floristinnen und Floristen können betroffen sein.
Betroffene und Beschäftigte in gefährdeten Branchen rät die IG Bau, sich können an die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau zu wenden. Deren Parkinson-Hotline ist erreichbar unter der Telefonnummer (05 61) 78 51 03 50. Außerdem gibt die Berufsgenossenschaft Hinweise auf ihrer Homepage: https://www.svlfg.de/fa-parkinson-durch-pflanzenschutzmittel