Das jedoch ist aktuell so ganz und gar nicht in dem Zustand für solch eine vielfältige Nutzung. Im Gegenteil: Der Sanierungsbedarf ist enorm, wie die Verwaltung in einer Vorlage aufschlüsselt. Mit rund vier Millionen Euro ist die Rundumerneuerung inklusive der räumlichen Anpassungen für die multifunktionale Nutzung der Dorfbevölkerung kalkuliert. Darüber wird der Ortsrat am Dienstag, 12. Mai, diskutieren. Hintergrund der Überlegungen: In greifbarer Nähe ist der Umzug der Gamsener Feuerwehr in den Neubau am Ortsrand. Das alte Gebäude - so ist es bereits beschlossen - wird dann verkauft werden. Parallel gehen auch die Sanierungsarbeiten an der Sporthalle im Ort auf die Zielgerade.
In diesem Kontext soll das Dorfgemeinschaftshaus eine Aufwertung erfahren und eine zentralere Rolle im Ortsgeschehen einnehmen. „Hiermit wird auch das Ziel der Maßnahme Nr. 1.11 „Ortskerne als Mitte weiterentwickeln und stärken“ des beschlossenen Integrierten Stadtentwicklungskonzept ISEK adressiert“, führt die Verwaltung aus.
Forsetzung auf Seite 2
Gar so einfach ist die Umsetzung aber nicht: „Grundsätzlich ist, bis auf den Bereich der vor einigen Jahren überarbeiteten und vergrößerten Sanitäranlagen, das gesamte Gebäude in vielen Teilen sanierungsbedürftig“, stellt die Verwaltung fest.
Nimmt man eine Sanierung in Angriff soll das Gebäude an der Köthnerstraße auch in den Nutzungsmöglichkeiten neu gedacht und strukturiert werden. „Es ist vorgesehen, den alten Teil des Dorfgemeinschaftshauses (Fachwerkhaus) zukünftig als Ort für, vorzugsweise in Gamsen ansässige, Vereine herzurichten“, heißt es in einer Vorlage.
Aber: Das kostet eine stattliche Summe Geld. Mit etwa vier Millionen Euro wäre eine Sanierung mit Umbau zu kalkulieren. Das könnte die Stadt Gifhorn alleine nicht stemmen und wäre auf Fördergeld angewiesen. Da diese eher kurzfristig zur Verfügung stehen würden und eine in sich schlüssige Vorentwurfsplanung vorliegen müsse, hat die Verwaltung bereits das neue mögliche Konzept von einem Planungsbüro erarbeiten lassen.
Untersucht hat die Verwaltung inzwischen insbesondere statische, brandschutztechnische und haustechnische Aspekte. Ein Ergebnis: Die Dachkonstruktion mit dem Fachwerkbindern aus dem Jahr 1973 muss komplett erneuert werden. Anbindung der neuen Küche, neues Wärmekonzept und vieles mehr steht auf der langen Liste der technischen Neuerungen, die notwendig werden. Auch in Sachen Brandschutz müsse einiges verbessert werden, haben die Experten festgestellt.
Völlig neue Nutzungsmöglichkeiten würden sich ergeben, folgt man den verschiedenen Ideen, die das Planungsbüro detailliert vorstellt. Etwa wie eine Hochzeit oder ein Gemeindefest künftig ausgerichtet werden könnte. Auch ein Raum für Vereine ist vorgesehen.
Für das multifunktionale Nutzen des Komplexes sehen die Pläne auch die Miteinbeziehung der benachbarten Turnhalle vor. Klar sei auch, dass wegen der statischen und brandschutztechnischen erforderlichen Maßnahmen ein neues Gestaltungskonzept des Saals erarbeitet werden müsse, heißt es.
Neben der Notwendigkeit neuer Fußböden sei noch ein Problem im Keller zu bedenken: Bei der Begehung der Kellerräume wurde eine erhebliche Feuchtigkeitsbelastung der Wände festgestellt. Entsprechend wird eine Erneuerung der Kellerabdichtung vorgesehen.
Über diese Vorlage der Verwaltung diskutiert der Ortsrat Gamsen am Dienstag, 12. Mai, ab 19 Uhr im Alten Sitzungsraum der Bücherei, Köthnerstraße 2.