Bis August nächtliche Schwertransporte in Jembke
Ziel ist Windpark bei Suderwittingen - Anwohner fürchten um die marode Ortsdurchfahrt

Schwertransporte durch Jembke: Nach den spektakulären Fahrten tagsüber vor einem Jahr kommen diesmal die Transporte wieder nachts. Inzwischen fürchten Anwohner, dass die Schäden in der maroden Fahrbahn noch größer werden.Foto: dirk Reitmeister
Jembke. Keine Autos nachts an der Ortsdurchfahrt in Jembke abstellen: Der Ort liegt wieder einmal auf dem Transportweg für einen Windpark. Der Landkreis Gifhorn als Verkehrsbehörde hat eine Genehmigung von Schwertransporten bis 3. August ausgesprochen - und ein nächtliches Halteverbot angeordnet. Anwohner befürchten, dass in der ohnehin schon maroden Ortsdurchfahrt noch mehr Schäden zurückbleiben.

Jembke ist inzwischen Schwertransporte für Windparks gewöhnt. Spektakulär waren im Frühjahr vorigen Jahres die mit einem sogenannten Blade Lifter fast aufrecht transportierten, 70 Meter langen Rotorblätter für einen Windpark bei Teschendorf. Die bewegten sich tagsüber im Schritttempo über die gesperrte B248. Diesmal sind die Transporte wieder nachts angesagt, wovon die entlang der Ortsdurchfahrt aufgestellten Halteverbote für die Zeit werktags von 22 bis 6 Uhr künden.

Laut Landkreis Gifhorn geht es um voraussichtlich sechs Transporte zu einem Windpark zwischen Suderwittingen und Ohrdorf. „Die genauen Daten, an denen die Transporte stattfinden, stehen noch nicht fest und werden spätestens 48 Stunden vor Transportbeginn mit der Polizeidirektion Braunschweig, welche die Transporte begleitet oder durch Hilfspolizei begleiten lässt, abgestimmt“, so Landkreis-Sprecherin Anja-Carina Riechert.

Die Transporte werden sich laut Landkreis über B4, B188, B248, L288 und B244 bewegen. Somit ist Jembke nicht allein betroffen, sondern unter anderem auch Dannenbüttel, wo es ebenfalls eine kurvige Ortsdurchfahrt gibt. In Jembke bereitet aber zusätzlich der allgemein schlechte Zustand der Fahrbahnoberfläche Kummer. Anwohner befürchten, dass die Schwertransporte die Schlaglöcher noch weiter aushöhlen.

Die Verkehrsbehörde des Landkreises hat nach Eingabe der Gemeinde auf den Zustand reagiert und seit diesem Frühjahr ein ganztägiges Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde wegen Straßenschäden angeordnet. Wann die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mit einer Grunderneuerung der Fahrbahn an die Ursache des Problems geht, ist dagegen noch unklar.

Bis dahin muss sie umfangreiche Vorarbeiten, bauvorbereitende Untersuchungen und Abstimmungen mit Beteiligten vornehmen, bevor es die Ausschreibungsunterlagen zu erarbeiten und die Aufträge schließlich zu vergeben gilt. Erste Abstimmungen, zum Beispiel mit der Gemeinde, seien bereits erfolgt.

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