Der Standort am Ortholzweg in Meine hat Behrmann nicht gleich in Alarmstimmung versetzt. Doch was zunächst problemlos erschien, habe sich für das Paar als gefährlich erwiesen. Als nämlich ein Kontrahent auftauchte, hat Behrmann beim Angriff beobachtet, wie ein Storch beim Auffliegen zwischen die stromführenden Seile geriet. Und Behrmann dachte weiter: Auch die noch nicht ganz flugsicheren Jungtiere könnten in brenzlige Situationen geraten.
Also hätten er als Weißstorchbeauftragter, der Landkreis als Untere Naturschutzbehörde und die LSW das Nest entfernt. Die LSW habe daraufhin den Mast mit sogenannten Andreaskreuzen und Büschelabweisern, jenen Stahlkonstruktionen, versehen.
Etwa zweimal im Jahr seien solche Maßnahmen im Kreis Gifhorn nötig, sagt LSW-Sprecherin Birgit Wiechert. „Die Maßnahmen sind wirksam. Bei Jungstörchen kommt es gelegentlich vor, dass diese trotzdem versuchen, ein Nest im Bereich der Abweiser zu bauen.“
Nest weg, Büschelabweiser dran: Das war Mitte Mai. Anfang Juni ist das Nest wieder da, einmal rum um einen der Abweiser. „Die beiden Störche haben nicht aufgegeben“, konstatiert Behrmann. Das neue Nest soll erst einmal bleiben. Eine unmittelbare Gefahr sehe er momentan nicht, da auch keine Brut da sei, so Behrmann. Allerdings ist eine Alternative in Arbeit, denn auf Dauer sollen Störche nicht auf dem Mast brüten.
200 Meter weiter am Ortholzweg will die LSW einen Mast für das Storchennest aufstellen.