Eine volle Fußgängerzone, die Tische im Celler Steakhouse drinnen und draußen besetzt: So wünscht sich das Manuela Hacke auch für Gifhorn, weshalb sie sich für den Ratsweinkeller die Zukunft als Steakhouse wünscht, wie sie in ihrem Leserbrief an die AZ geschrieben hat. Aus Sicht von Sandra Schiller hat das durchaus Charme, sie sieht es allerdings kritisch: Die Stadt Gifhorn und somit der Steuerzahler sollen für die Sanierung eines Restaurants mit gehobenen Ansprüchen und somit für den gehobenen Geldbeutel aufkommen?
3,5 Millionen Euro für Sanierung
Die Stadt rechnet laut Vorlage der Verwaltung mit 3,5 Millionen Euro Kosten für die Sanierung. Ein potenzieller Pächter aus Celle sei auf die Stadt zugekommen und habe Interesse signalisiert, für das Zustandekommen eines Pachtvertrages habe er folgende Rahmenbedingungen genannt: „Der Bereich der Gastronomie, bestehend aus Gastraum, Küche, WC-Anlagen und angrenzenden Lagerräumen ist vollständig durch den Vermieter herzurichten. Für die Küchenausstattung beziehungsweise die Küchenmöbel würde der Pächter die Kosten übernehmen.“ Bei einer Pachtdauer von mindestens zehn Jahren.
SPD will Aufschub der Entscheidung
Die SPD will da so schnell nicht mitgehen. Sie stellte in der Ausschusssitzung den Antrag auf einen Aufschub der Entscheidung: Die Stadt solle demnach in der noch laufenden Wahlperiode keine Entscheidung mehr über eine „endgültige Vorfestlegung zur künftigen Nutzung des Ratsweinkellers“ treffen. Stattdessen soll die Verwaltung nach Konstituierung des künftigen Rats unterschiedliche Nutzungsvarianten transparent „gegenüber stellen und dabei insbesondere gemeinwohlorientierte sowie förderfähige Konzepte zu berücksichtigen“. Denkbar wäre ein sogenannter Dritter Ort - „als offenen Ort der Begegnung, Bildung, Kultur und des gesellschaftlichen Miteinanders für alle Menschen in Gifhorn“.
Dieser Antrag fand im Ausschuss keine Mehrheit. Stattdessen empfahl der Ausschuss mehrheitlich den Vorschlag der Verwaltung, „mit dem potenziellen Pächter weiterführende, konkretisierende Gespräche zu führen und mögliche Rahmenbedingungen in einer der nächsten Sitzungen vorlegen“.