RB35-Zugstrecke gesperrt
Ein Jahr lang pendeln Ersatzbusse zwischen Wolfsburg und Stendal

Bahnpendler zwischen Wolfsburg und Stendal müssen sich auf längere Fahrtzeiten einstellen.Foto: Gero Gerewitz Archiv
Wolfsburg. Pendler aus Wolfsburg müssen sich aktuell auf längere Fahrzeiten einstellen: Die Regionalbahn RB35 nach Stendal (Sachen-Anhalt) fällt wegen umfassender Bauarbeiten ein Jahr lang aus. Der regionale Schienenpersonennahverkehr-Betreiber „Start Mitteldeutschland“ setzt während der Sperrung Ersatzbusse ein.

Die Busse bedienen alle planmäßigen Zwischenhalte, benötigen für die Strecke jedoch fast doppelt so lange wie die Züge. Für Berufspendler werden montags bis freitags zudem Expressbusse angeboten, die weniger Halte anfahren und die Fahrtzeit verkürzen.

Auf der gesamten Strecke zwischen Wolfsburg und Stendal entfallen sämtliche Zugleistungen. Stattdessen fahren Busse im Stundentakt, die alle planmäßigen Zwischenhalte bedienen. Die reguläre Fahrzeit von etwas über einer Stunde verlängert sich dadurch auf nahezu zwei Stunden. Die Expressbusse sollen Berufspendlern zu Stoßzeiten eine schnellere Alternative bieten. Den aktuellen Fahrplan finden Fahrgäste auf www.start-mitteldeutschland.de.Die Ersatzhaltestellen liegen nicht immer direkt an den Bahnhöfen, um Umwege zu reduzieren. In Gardelegen bedient der Schienenersatzverkehr (SEV) nur die zentral gelegene Haltestelle „Sandstraße“. Weitere SEV-Haltestellen befinden sich in Möringen, Vinzelberg, Uchtspringe, Jävenitz und Solpke. „Start Mitteldeutschland“ empfiehlt allen Fahrgästen, sich vor Fahrtantritt über die genauen Standorte der Haltestellen auf der Webseite oder auf www.bahnhof.de zu informieren.

Die Deutsche Bahn modernisiert die rund 140 Kilometer lange Lehrter Stammbahn zwischen Vorsfelde bei Wolfsburg, Stendal und Wustermark in Brandenburg. Die Strecke wird schrittweise elektrifiziert und für Geschwindigkeiten bis 160 Kilometer pro Stunde (km/h) ausgebaut. Auch die Bahnhöfe Uchtspringe und Vinzelberg werden modernisiert und an die neuen Anforderungen angepasst.

Mit dem Ausbau will man langfristig die Reisezeiten verkürzen und die Betriebsqualität im Schienenverkehr verbessern. Nach Abschluss der ersten Baustufe Ende 2026 soll der Abschnitt Bamme–Gardelegen zudem als wichtige Umleitungsstrecke dienen, etwa während der Erneuerung der ICE-Schnellfahrstrecke Berlin–Hannover. Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 soll die RB35 wieder planmäßig verkehren.

„Start Mitteldeutschland“ betreibt seit Dezember 2024 die dieselbetriebenen Regionalverkehrsstrecken in Sachsen-Anhalt und angrenzenden Regionen. Das Unternehmen bedient 16 Linien, die von Sachsen-Anhalt bis nach Wolfsburg, Goslar und Erfurt reichen. Auch der Harz-Berlin-Express (HBX) gehört zum 980 Kilometer langen Dieselnetz. Start Mitteldeutschland beschäftigt rund 500 Mitarbeitende und ist eine 100-prozentige Tochter der DB Regio AG. Standortleiter Markus Hoffmann betont die Bedeutung eines zuverlässigen Rundum-Services für die Aufgabenträger NASA GmbH, den Regionalverband Großraum Braunschweig und das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr.

Die Regionalverkehre Start Deutschland GmbH wurde 2016 als Tochter der DB Regio AG gegründet. Das Unternehmen entwickelt Konzepte für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und betreibt Verkehre in enger Abstimmung mit den regionalen Aufgabenträgern. Ziel ist es, SPNV-Angebote optimal für die Fahrgäste zu gestalten und langfristig erfolgreich zu betreiben.

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