Unter einer Mobilitätsstation versteht die Stadtverwaltung einen Bereich, in dem sie Angebote des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und Leih-Angebote mit Autos, E-Scootern und Fahrrädern bündelt. Ziel sei es, so heißt es im Wolfsburger Rathaus, den Bürgern den Umstieg zwischen den Verkehrsmitteln zu erleichtern. Mit Car-Sharing und mietbaren E-Bikes und E-Rollern will die Verwaltung möglichst viele Leute dazu bringen, in privates Auto stehen zu lassen.
Geplant sind Mobilitätsstationen in Vorsfelde, in Fallersleben (am Bahnhof), in Westhagen (Haltestelle Jenaer Straße) und am Brandenburger Platz. Laut städtischem Zeitplan sollen alle Mobilitätsstationen im Frühjahr in Betrieb gehen. Die Planungen für eine weitere Mobilitätsstation in Sandkamp sind laut Verwaltung schon „konkret“.
Gestartet hat die Stadt in Vorsfelde: Dort seien die Arbeiten zu einem Großteil bereits erfolgt, teilt die Verwaltung auf Anfrage unserer Zeitung mit. „Installiert werden muss noch die Infrastruktur für WLAN und eine Ladesäule sowie die Markenstele“, teilt ein Sprecher mit. Andere Arbeiten wie Leitungslegungen, Radbügel oder eine Bordsteinabsenkung an dem barrierefreien Stellplatz seien bereits erledigt. Was noch fehlt, sind Markierungsarbeiten und das Aufstellen eines Schildes. Für die Mobilitätsstation an Lange Straße in Vorsfelde sind Parkplätze samt Ladesäule für E-Autos, Car-Sharing, Bügel für Lastenräder und für Fahrräder und E-Bikes sowie Abstellplätze für E-Roller vorgesehen. Die meisten Mitglieder des Vorsfelder Ortsrates begrüßen die Maßnahmen und sehen darin eine Erhöhung der Attraktivität der Innenstadt. Vor allem das Aufstellen einer weiteren Ladesäule für E-Autos sehen sie positiv. Außerdem gibt es WLAN und eine Fahrradstation, an dem Radler kleinere Reparaturen selbst durchführen können.
Parallel zu den Arbeiten in Vorsfelde sind auch die Baustellen in Westhagen und am Brandenburger Platz gestartet. Die größte Mobilitätsstation wird es am Fallersleber Bahnhof geben: Dort erweitert man extra den Parkplatz, um alle Dienste anbieten zu können. Die Baukosten für alle vier Mobilitätsstationen zusammen betragen insgesamt rund 1,3 Millionen Euro, wobei der Bund das Projekt zu 65 Prozent fördert. Das heißt, die Stadt Wolfsburg kostet die Projekte rund 450.000 Euro.
„Die Mobi-Stationen sind ein wichtiger Baustein, um den ÖPNV und nachhaltige Mobilität in Wolfsburg noch attraktiver zu machen“, sagt Oberbürgermeister Dennis Weilmann (CDU). „An vielen unterschiedlichen Stellen optimieren wir unsere Infrastruktur und stärken unseren Verkehrsmittelmix, um den Bürgerinnen und Bürgern ein breites Mobilitätsangebot bieten zu können.“
Für Wolfsburgs Ersten Stadtrat und Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide sind die Mobilitätsstationen „echte Komplettpakete“. Denn: „Sie bündeln nicht nur Fahrradabstellmöglichkeiten und -reparaturstellen mit Ladestationen für E-Fahrzeuge, Leih-E-Scootern und Carsharing-Angeboten, sondern überzeugen auch mit einer attraktiven Gestaltung und hoher Aufenthaltsqualität.“
In Vorsfelde ist man erleichtert, dass das Bauprojekt inklusive Sperrung von Parkplätzen abgeschlossen ist. Allerding ist ein Teil der Fläche immer noch abgesperrt wegen der Arbeiten, die noch erledigt werden müssen. Ein konkretes Start-Datum gibt es bislang noch nicht.