Neue Wertstofftonne in Wolfsburg: Bürger zwischen Lob und Kritik
Wer mit Volumen unzufrieden ist, kann sich an die Entsorger wenden

Diese Wertstofftonne quillt bereits über, bevor der Leerungstermin ansteht.Foto: Matthias Leitzke
Wolfsburg. Die Wertstofftonne hat seit Jahresbeginn den gelben Sack in Wolfsburg abgelöst. Privathaushalte erhielten eine 240-Liter-Tonne, die nun im monatlichen Rhythmus geleert wird. Der gelbe Sack wurde zuvor alle zwei Wochen abgeholt. Für Mieter in Mehrfamilienhäusern änderte sich am Rhythmus der Leerung nichts. Die Großbehälter werden auch weiterhin 14-tägig geleert.

Für die Abfuhr sind sowohl die WAS (in 20 Prozent des Stadtgebietes) als auch Remondis zuständig. Beide Unternehmen berichten auf Anfrage, dass es als Resonanz auf die Veränderungen ein „normales Aufkommen an Rückmeldungen“ gegeben habe. Doch insgesamt habe eine gute Kommunikation im Vorfeld dafür gesorgt, dass die Bürger schon gut im Bilde seien. „Insgesamt ist festzustellen, dass sich die meisten Bürger inzwischen an die Nutzung der Wertstofftonne gewöhnt haben“, so Remondis und WAS unisono.

Während eine 240-Liter-Tonne für den einen Haushalt genau richtig ist, sind der Redaktion auch Leser-Reaktionen bekannt, in denen die Tonne als zu groß oder zu klein beschrieben wurde. Bereits vor dem eigentlichen Leerungstermin sei die Tonne voll, berichtete ein Leser. Er äußerte Bedenken, ob nicht die Gefahr bestünde, dass Leute ihren Müll dann über die Restmülltonne entsorgen würden. Andere dagegen monierten, die Tonne sei viel zu groß, nehme unnötig viel Platz weg und der Bedarf sei wesentlich geringer.

Sowohl die WAS als auch Remondis bitten alle, „das Volumen erstmal an den ersten Abfuhrterminen zu testen“ und über eine gewisse Zeit zu schauen, wie sich der Bedarf einpendele. „Grundsätzlich gilt, dass die Behälter für die Regelabfuhr ausreichend Volumen haben“, so Remondis. „In Einzelfällen können aber sporadisch Mehrmengen in transparenten Säcken dazugestellt werden“, heißt es in der Antwort des Unternehmens weiter.

Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass nicht unbegrenzt und regelmäßig mehr Abfall an die Straße gestellt werden darf. Der Mehraufwand für das Ladepersonal wäre sonst unverhältnismäßig hoch. Sollten jedoch die bereitgestellten Behälter dauerhaft und trotz richtiger Trennung zu klein sein, bestehe die Möglichkeit, die Größe und Anzahl der Tonnen zu erhöhen.

Für Mieter in Mehrfamilienhäusern hat sich seit Januar eigentlich nichts verändert. „Wertstofftonnen waren in unseren Beständen schon vorhanden“, teilt die Neuland auf Anfrage mit. „Die zum 1. Januar in Kraft getretene Änderung der Wertstofftonnenregelung in Wolfsburg hat daher für uns keine grundlegende Umstellung bedeutet.“

In den Beständen der Neuland befinden sich nach Angaben des Unternehmens nahezu ausschließlich große Wertstofftonnen mit einem Fassungsvermögen von etwa 1.100 Litern. Diese werden im Zwei-Wochen-Rhythmus geleert, was sich bislang als ausreichend erwiesen habe.

Vielmehr sei es ein Problem, dass die Wertstofftonnen häufig falsch befüllt würden. Diese Fehlentsorgungen führen zu einem erheblichen Mehraufwand: Hausmeister müssen den Müll nachträglich sortieren oder anderweitig entsorgen, und in Fällen größerer Falsch-Befüllungen sei die Neuland gezwungen, Sonderleerungen zu beauftragen. Diese Entwicklung stelle aktuell die größte Herausforderung im Umgang mit den Wertstofftonnen dar.

Um dem entgegenzuwirken, würden die Mieter zum Thema Mülltrennung informiert. Bereits bei Abschluss des Mietvertrags erhalten die Mieter die notwendigen Informationen zur korrekten Entsorgung. Darüber hinaus reagiere die Neuland im laufenden Mietverhältnis bei Beschwerden oder festgestellten Falsch-Befüllungen mit gezielten Mieteranschreiben.

„Das Thema Mülltrennung ist ein schwieriges, das uns seit Jahren begleitet“, teilt auch Tobias Fruh von VW Immobilien mit. Nötige Sonderleerungen würden Kosten für alle verursachen. Zum Thema Wertstofftonne gebe es bislang noch kein klares Bild. Aufgrund des Winterwetters mit viel Schnee sei die erste Leerung ausgefallen, so dass es zu einem wetterbedingten Engpass gekommen sei. Daher sei die derzeitige Situation noch nicht aussagefähig. Auch Fruh appellierte, erst einmal abzuwarten und zu schauen, wie sich der Bedarf entwickele.

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