Der Wohnkompass ist eine bundesweite Umfrage des RedaktionsNetzwerk Deutschland und seiner Partnerredaktionen, darunter auch die WAZ. Ziel ist es, ein möglichst genaues Bild davon zu bekommen, wie Menschen ihre Wohnsituation erleben: von der Wohnungssuche über das Miteinander in der Nachbarschaft bis hin zu den eigenen Wohnwünschen.
Gerade weil sich Wohnungsmärkte regional stark unterscheiden, kommt es auf jede einzelne Stimme an. Der Wohnkompass lebt davon, dass viele mitmachen – auch und gerade in Städten wie Wolfsburg, die auf den ersten Blick stabil wirken, unter der Oberfläche aber vor großen Herausforderungen stehen.
Wolfsburg galt im Vergleich zu anderen Großstädten lange als Ort mit relativ bezahlbarem Wohnraum. Der Mietspiegel weist eine moderate ortsübliche Vergleichsmiete aus, und historisch gewachsene Siedlungsstrukturen sorgen für ein breites Angebot. Besonders Studierende profitieren davon: In den Wohnheimen sind die Mieten vergleichsweise niedrig, und anders als in vielen Universitätsstädten gibt es nicht dauerhaft Wartelisten.
Doch diese Stabilität bekommt Risse. Die Leerstandsquote liegt inzwischen unter einem Prozent – ein klares Zeichen dafür, dass Wohnungen zwar vorhanden, aber kaum verfügbar sind. Gleichzeitig fehlen rechnerisch mehrere Tausend Wohnungen in der Stadt. Der Neubau hält mit dem Bedarf nicht Schritt, auch wenn Baugenehmigungen erteilt werden. Zwischen Planung und tatsächlicher Fertigstellung klafft eine Lücke.
Auch der Markt für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser ist in Bewegung. Die Preise sind zuletzt gesunken oder stagnieren. Dieser Effekt hängt eng mit der wirtschaftlichen Lage des Standorts zusammen. Der angekündigte Stellenabbau bei Volkswagen dämpft den Zuzug und sorgt für Zurückhaltung bei Käufern und Investoren.
Gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen: Für Eigennutzer gibt es mehr Auswahl und bessere Verhandlungsmöglichkeiten als noch vor wenigen Jahren. Gute Lagen und energetisch sanierte Objekte bleiben gefragt, während sanierungsbedürftige Immobilien deutlich unter Druck stehen.
Statistiken, Marktberichte und Prognosen erzählen nur einen Teil der Geschichte. Wie sich Wohnen wirklich anfühlt, wissen nur die Menschen, die hier leben. Der Wohnkompass will genau diese Erfahrungen sichtbar machen: Wo läuft es gut? Wo hakt es? Und was braucht es, damit Wohnen in Wolfsburg auch in Zukunft bezahlbar und lebenswert bleibt?
Die Teilnahme an der Umfrage ist unkompliziert, anonym und eine echte Chance, Einfluss zu nehmen. Um zu unserer Umfrage zu gelangen, scannen Sie einfach den untenstehenden QR-Code. Je mehr Wolfsburgerinnen und Wolfsburger mitmachen, desto klarer wird das Bild und desto stärker das Signal an Politik, Wohnungswirtschaft und Stadtplanung.