Zollprobleme sorgen für Verzögerung
James-Bond-Hochhaus erwartet nächste Ladung Goldplatten

Teja Schönberger hat das Hochhaus an der Saarstraße vor knapp zwei Jahren gekauft.Foto: tim schulze
Wolfsburg. Das James-Bond-Hochhaus an der Wolfsburger Saarstraße nimmt allmählich Gestalt an. Noch ist vom „Goldfinger” allerdings nicht viel zu sehen, weil das Gerüst samt Planen einen Blick auf die Goldfassade verhindert. „Ungefähr 20 Prozent der Fassade sind schon vergoldet“, sagt Investor Teja Schönberger, der das Gebäude vor knapp zwei Jahren der Neuland Wohnungsgesellschaft abgekauft hat.

Schönberger berichtet, dass es mit den Goldplatten immer wieder zu Schwierigkeiten am Zoll kommt. Die Platten aus Alu-Komposit, also Aluminium und Kunststoff, kommen per Lkw aus der Türkei. Sie müssen mehrere Länder und Grenzen passieren, ehe sie in die VW-Stadt gelangen. Zöllner würden die Pakete regelmäßig öffnen, wenn sie hören, dass Goldplatten darin sind, berichtet der 47-Jährige. Folge: Die Laster brauchen sehr lange, bis sie nach Deutschland kommen. Manchmal stünden die Fahrer tagelang an einer Grenze, ehe sie weiterfahren dürfen.

Zuletzt soll es auch noch Wetter-Kapriolen in der Türkei gegeben haben. „Wir haben jetzt eine Verzögerung von drei oder vier Monaten“, sagt der Immobilien-Investor, der mit seinem Unternehmen IGW Immobilien Gesellschaft nach eigenen Angaben rund 1500 Einheiten hat: Häuser, Wohnungen, Gewerbe-Immobilien und Hotels. Er selbst bezeichnet sich als „Bestandshalter“. Das heißt, er kauft Wohnungen, pflegt oder modernisiert sie und behält sie im eigenen Portfolio. Zuletzt machte sein Deal mit Volkswagen-Immobilien Schlagzeilen. Schönberger kaufte der VW-Tochter mehrere hundert Wohnungen ab.

In der kommenden Woche erwartet der Eigentümer die nächste Ladung Goldplatten in Wolfsburg. „Wenn die angebracht sind, sind 60 Prozent der Fassade damit verkleidet“, sagt er. Spätestens im Sommer „soll die Butze dann fertig sein“.

Im Goldfinger-Gebäude sind laut Eigentümer 86 Mietwohnungen. 35 Wohnungen habe die Neuland bereits erneuert. „30 haben wir renoviert. Davon gehen jetzt 10 Wohnungen auf den Markt“, sagt Schönberger. Die Nachfrage sei groß. Bleiben rund 20 Wohnungen, von denen man den Zustand nicht genau kenne, „weil wir noch nicht drin waren“. Die würden nach und nach renoviert, wenn die Mieter ausziehen. „Wir schmeißen die Leute nicht raus“, stellt der Investor klar.

Auch im Inneren des Hochhauses wird das James-Bond-Thema sichtbar. Graffiti-Künstler haben den Eingangsbereich im Erdgeschoss unter anderem mit dem Konterfei von Bösewicht Gert Fröbe, Darsteller Sean Connery und einem James-Bond-Girl versehen. Weitere Grafitti-Bilder sollen nach und nach auch in den oberen Etagen entstehen.

Besonders gespannt darf man auf die Bar sein, die auf der Dachterrasse geplant ist. Bis sie fertig ist, wird es aber noch dauern. Vermutlich im kommenden Jahr soll die Rooftop-Bar eröffnen. Der Name passt natürlich zur James-Bond-Nummer: Die Bar soll „Casino Royale“ heißen.



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