Seit Sommer 2025 leitet Hauptkommissar Dirk Schröder die Polizeistation Fallersleben. Jetzt fand der 57-Jährige endlich Zeit, sich im Ortsrat Fallersleben/Sülfeld den Kommunalpolitikern vorzustellen. Und die waren begeistert, als Schröder ihnen sein Konzept von bürgernaher Polizeiarbeit vorstellte: „Ich bin ein Verfechter von Fußstreifen“, betonte er während der Sitzung des Ortsrates im Sülfelder Feuerwehrhaus. Nur Polizisten, die zu Fuß in ihrem Revier unterwegs sind, seien für die Bürger direkt ansprechbar, hob der Stationsleiter hervor. Dieser direkte Kontakt könne helfen, das Vertrauensverhältnis der Bürger zu ihrer Polizei zu stärken. Denn das habe in den vergangenen Jahren gelitten.
Umso genauer hörte Schröder hin, als Arne Stalhut vom morgendlichen Chaos zwischen Schule und Feuerwehrhaus berichtete: Auf dem Parkplatz im Wendehammer am Lärchenweg herrsche täglich gegen 7.45 Uhr Chaos. Wenn an beiden Seiten des Lärchenwegs geparkt werde, komme niemand mehr durch. Manche Eltern würden sich mit ihren Autos sogar in die Feuerwehrzufahrt stellen. Erkläre er den Eltern dann, dass seine Kameraden im Notfall genau dort entlang müssten, „wird man auch noch übel angegangen“, so Stalhut.
Nicht nur Polizei-Chef Dirk Schröder, sondern auch Ortsbürgermeister André-Georg Schlichting (CDU) hörte ganz genau zu: „Ähnliche Situationen gibt es an Fallersleber Schulen. Wir als Ortsrat müssen uns etwas überlegen“, betonte Schlichting. „Mit Unterstützung von Polizei und Ordnungsamt“ müsse man diese Situation vor den Schulen entschärfen.
Für Sülfeld schlug Arne Stalhut eine Lösung vor, die schon vor Jahren einmal im Gespräch war: „Man könnte den Parkplatz am Sportplatz endlich ertüchtigen. Dieses Thema habe man schon vor fünf Jahren im Ortsrat behandelt, stellte Vize-Ortsbürgermeister Roman Dettmann (PUG) fest. Damals habe die Verwaltung mit Kosten in Höhe von 400.000 Euro gerechnet. „Damit kommen wir heute vermutlich nicht mehr hin.“
Dazu passte auch eine Vorlage, die der Ortsrat einstimmig verabschiedet hat: In den Wolfsburger Ortsräten sollen sogenannte Kinderbeauftragte ernannt werden, die sich um die Belange der jungen Einwohner in ihrem Stadt- oder Ortsteil kümmern sollen. Im Rahmen eines Pilotprojekts sollen die Ortsräte Fallersleben-Sülfeld und Mitte-West mit den Kinderbeauftragten starten.
Dieses Projekt soll bis 2027 laufen. Die Ortsräte sollen ganz konkrete Aufgaben für ihre Kinderbeauftragten festlegen und sich mit der Kinderbeauftragten der Stadt Wolfsburg abstimmen. Für den Ortsrat Fallersleben-Sülfeld hat sich der PUG-Politiker Viktor Stuckert gemeldet, um dieses zusätzliche Ehrenamt zu übernehmen. Man habe intern bereits Aufgaben für den Kinderbeauftragten erarbeitet und Ideen zur Ausübung des Ehrenamts gesammelt.
Im kommenden Jahr soll das Pilotprojekt ausgewertet und dann auf alle Wolfsburger Ortsräte ausgeweitet werden. Im Sommer 2027 will die Stadt Wolfsburg ihre Auswertung im dann neu gewählten Ortsrat Fallersleben-Sülfeld vorstellen. Die Ergebnisse und Erfahrungen sollen dann den anderen Ortsräten zur Verfügung gestellt werden.