Bei aller Ernsthaftigkeit der Situation erlaubt sich die WAZ dennoch einen Blick mit einem kleinen Augenzwinkern – und nennt zehn Gründe, warum der VfL einfach in der 1. Liga bleiben muss.
Das Samstagsspiel um 15.30 Uhr ist der Klassiker in der 1. Liga. Wer will schon samstags um 13 Uhr im Stadion sein? Da steht das Mittagessen auf dem Tisch. Und Flutlichtspiele um 18.30 Uhr am Freitag sind auch eher etwas für das Vorabend-Programm.
1997 ist der VfL in die 1. Liga aufgestiegen. Kaum ein Fan, der das denkwürdige Aufstiegs-Endspiel gegen Mainz damals miterlebt hat, wird je vergessen, was damals im Stadion am Elsterweg los war. Da wäre es schon ziemlich blöd, ausgerechnet 30 Jahre nach dem Aufstieg Zweitligist zu sein.
Sie initiieren immer wieder besondere Aktionen. So haben die Fans unter anderem zum 80. VfL-Geburtstag eine beeindruckende Choreografie auf die Beine gestellt. Sie haben die 1. Liga einfach verdient.
Das Eishockey-Team der Wolfsburger Grizzlys, die VfL-Frauen und die VfL-Männer sind das Dreigestirn, das in der Volkswagenstadt für Spitzensport in der 1. Liga sorgt. Das soll auch in Zukunft so bleiben.
Sie wird es wohl auch in der 2. Liga an den Stadion-Kiosken zu kaufen geben, aber so richtig gut schmeckt sie einfach nur, wenn beim Verzehr Erstliga-Fußball dazu geboten wird. Gegen Bayern München oder Borussia Dortmund lässt sich der Klassiker viel besser verputzen, als wenn Darmstadt oder Fürth zu Gast wären.
München, Stuttgart oder Freiburg klingen nach einer richtigen Reise zu einem Auswärtsspiel. Fahrten nach Braunschweig, Magdeburg oder Hannover sind dagegen eher ein Kurztrip, der sich nicht wirklich nach Auswärtsfahrt anfühlt. Da fehlt einfach dieses Gefühl, unterwegs zu sein, etwas Besonderes zu erleben – und nicht nur mal eben „um die Ecke“ zu fahren.
Wer erinnert sich nicht an internationale Spiele des VfL in Madrid, Mailand oder Moskau und begeisternde Flutlichtspiele gegen namhafte europäische Teams in der Volkswagen-Arena? Nur als Erstligist haben Träumereien von Champions-League oder Europa-League die Chance, eines Tages Wirklichkeit zu werden.
Werksklub, keine echten Fans, keine Tradition – es gibt kaum ein Vorurteil oder einen vermeintlichen Witz, den die VfL-Hasser aus ganz Deutschland im Zusammenhang mit dem VfL noch nicht gemacht haben. Ihnen soll doch nicht der Spaß genommen werden, auch in der Saison 2026/2027 weiterhin auf immer wieder denselben Dingen herumzureiten.
Als Erstligist ist der VfL so etwas wie das sportliche Flaggschiff der Region. Ein Abstieg dagegen wäre so, als würde VW plötzlich nur noch Bobby-Cars bauen – sicher ganz nett, aber man will halt doch lieber den dicken Dienstwagen auf dem Platz sehen.
Im Sommerurlaub am Strand von Mallorca möchte der VfL-Anhänger stolz den Fan-Schal hochhalten und sagen: „Wir spielen gegen Bayern.“ Nicht, dass die Strandnachbarn aus Mitleid über den Gegner aus der zweiten Liga gleich eine Runde Sangria für den VfL-Fan mitbestellen.