Rohbau der „Woodscraper“ Hochhäuser steht vor dem Abschluss
Innovationen aus Beton und Holzelementen werden in den Hellwinkelterrassen gebaut - 106 Wohnungen auf 12 Stockwerken

In den Hellwinkel Terrassen wachsen die "Woodscraper" im Nelkenweg in die Höhe. Foto: Britta Schulze
Wolfsburg. In Wolfsburgs Neubaugebiet Hellwinkel Terrassen an der Reislinger Straße werden zwei Holzhybridhochhäuser, die sogenannten Woodscraper, gebaut. Inzwischen sind deutliche Fortschritte auf der XXL-Baustelle am Nelkenweg sichtbar.

Das 58-Millionen-Euro-Projekt wird von drei Initiatoren umgesetzt. Neben der GLS Gemeinschaftsbank als Bauherr sind dies die Architekten „Partner & Partner“ sowie die Unternehmensgruppe „Krebs“ als Projektentwickler. Spatenstich für die 12-stöckigen Hochhäuser in innovativer Beton-Holz-Hybridbauweise war im Oktober 2024.

Beim letzten Redaktionsbesuch auf der Baustelle war im Herbst 2025 von einem Hochbau vom Straßenrand aus noch nicht viel zu sehen. Das hat sich nun geändert. „Aktuell ist der Rohbau in vollem Gange und wird für das erste der beiden Häuser noch diesen Monat fertiggestellt“, teilte Ricarda Thiesmann, Pressereferentin der GLS Gemeinschaftsbank, auf Anfrage mit. Das zweite Hochhaus werde dann im darauffolgenden Monat, also im Mai, fertig.

Das eigentlich Innovative an dem Bauprojekt: Die Treppenhäuser fungieren aus statischer Sicht als das Rückgrat der Gebäude. Die Holzkonstruktionen werden an den Treppenhäusern anschließend gewissermaßen Etage für Etage angehängt und hochgezogen.

„Die Vorproduktion der Holzteile hat bereits vor einiger Zeit gestartet. Die Montage dieser Teile startet direkt im Anschluss an den Rohbau“, informiert Ricarda Thiesmann. Ab diesem Sommer soll dann der besondere Charakter der Gebäude auf der Baustelle zu sehen sein. Pro Geschoss kalkulierten die Projektentwickler von der Unternehmensgruppe Krebs mit einer Woche Bauzeit.

Läuft alles nach Plan, wären an einem Hochhaus innerhalb von drei Monaten die Holzelemente an die Treppenhäuser „angehängt“. Der Fassaden- und Innenausbau würde im Anschluss folgen. Das Besondere: Die Wohnungen in den Woodscrapern bestehen aus

Fichten- und Tannenholz, was zu einer natürlichen Regulierung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit beitragen soll.

Die Gründung für die beiden besonderen Hochhäuser

war aufgrund der Bodenverhältnisse nicht ganz einfach, das hatte Christian Tovar,

Fortsetzung auf Seite 2

Fortsettzung von Seite 1

Projektleiter von der GLS Bank, bei einem Baustellenrundgang im Herbst 2025 berichtet. Die Pfähle für die Gründung mussten bis zu 17 Meter in die Tiefe gebracht werden. Pro Hochhaus sind es 38 Stück.

Die Baustelle befindet sich auf Lehmboden, der nicht versickerungsfähig ist, Schichtenwasser war die Folge. Ein Drainage-System kam zum Einsatz. Das anstehende Wasser soll in einer Zisterne gesammelt und für die Bewässerung der Außenanlagen genutzt werden - auch um Trinkwasser einzusparen.

In den beiden rund 40 Meter hohen Hochhäusern werden ausschließlich Mietwohnungen, 106 an der Zahl, auf 8.000 Quadratmetern Wohnfläche realisiert. Die Wohnungen haben beispielsweise eine Größe zwischen 41 Quadratmetern (1-Zimmer-Wohnung), 84 Quadratmetern (3-Zimmer-Wohnung) und 121 Quadratmetern (5-Zimmer-Wohnung).

45 Prozent dieser Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen sollen im Rahmen des geförderten Wohnungsbaus entstehen und damit zu niedrigeren Mieten angeboten werden. Die restlichen 55 Prozent will die GLS Woodscraper ganz normal vermieten. 102 der 106 Wohnungen sollen barrierefrei sein. Geplant sind zudem ein Café im Erdgeschoss eines der Hochhäuser, eine Dachterrasse für alle Bewohner sowie Gemeinschaftsflächen im Außenbereich. Die Fertigstellung der Woodscraper ist für das Jahr 2027 geplant.

Der Baustoff Holz kommt in Wolfsburg immer mehr in „Mode“. Beispielsweise setzt die Neuland Wohnungsgesellschaft bei verschiedenen Projekten auf den nachwachsenden Rohstoff. So entstehen in Wolfsburgs Nordstadt drei Holzhybrid-Häuser, die Platz für 36 Mietwohnungen bieten.

Auch in der „Neue Reihe“ wird eine Kombination aus Massiv- und Holzbau umgesetzt. Bei den Gebäuden kommen Wandelemente aus Kiefernholz zum Einsatz. Diese werden komplett mit Fenstern und Fassade im Werk vorgefertigt. Bei der Modernisierung von älteren Gebäuden setzte die Neuland eine ähnliche Technik ein: Am Schlesierweg wurde die serielle Sanierung bei mehreren Häuserblöcken angewandt. Wandelemente kamen vorgefertigt auf der Baustelle an und die Sanierung konnte dadurch beschleunigt werden.

Druckansicht