Todesfalle entschärft

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sind sie so erschöpft, dass sie ertrinken“, sagt Michael Kühn.

Um genau das künftig zu verhindern, hat sich der Nabu mit der Eigentümerin des Beckens – der Autobahn GmbH – in Verbindung gesetzt: „Die Mitarbeiter aus Braunschweig haben schnell reagiert und mit dem Nabu zusammen Maßnahmen umgesetzt, die den Eisvögeln in Zukunft einen sicheren ‚Notausgang‘ bieten", sagt Michael Kühn. Konkreter: Sie haben zwei relativ große Löcher in die Betonwand gebohrt. „Da kann ein Eisvogel locker hinausfliegen“, sagt Kühn.

Auch für die Amphibien habe man eine Lösung gefunden, so der Nabu-Chef: Man habe einen kleinen Zaun gebaut, den Erdkröten und Grasfrösche nicht überwinden können. So könnten diese Tiere auch nicht mehr in die Todesfalle tappen.

Damit, so Kühn, sei dieses Problem auch dank eines aufmerksamen Bürgers an einem Ablaufbauwerk gelöst worden. „Das größere Problem ist, dass dieses Bauwerk Standard in vielen Kommunen ist.“ Der Nabu habe die Stadt Wolfsburg auf diese Todesfalle an ihren Regenrückhaltebecken aufmerksam gemacht. Gerhard Meier, Vorstand der Wolfsburger Entwässerungsbetriebe (WEB), habe jüngst im Umweltausschuss der Stadt Wolfsburg zugesagt, alle Bauwerke kontrollieren zu wollen. Sollte es dort ähnliche Todesfallen für Kleintiere geben, so seine Zusage, würden sie entschärft werden.

Der Wolfsburger Nabu selbst hat seinen Bundesverband eingeschaltet, der das Thema nun in alle Landesverbände bringen. Denn, so Kühn: „Solche Bauwerke gibt es ja nicht nur in Wolfsburg, sondern deutschlandweit.

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