Parkplätze und Geschäfte
Viele Wolfsburger erinnern sich noch heute an den Ursprungszustand der Porschestraße: Sie war eine breite, vierspurige Hauptstraße mit freier Sicht vom Südkopf bis zum Schloss. Die frühere Porschestraße war eine breite Hauptstraße mit Parkplätzen und Geschäften an den Seiten.
„So stelle ich mir die Zukunft der Porschestraße natürlich nicht mehr vor“, sagt Karsten Schneider und lacht. Ihm schwebt „eine schmale, verkehrsberuhigte Einbahnstraße“ vor, mit Kurzzeitparkplätzen am Rand. So könnten Abschnitte zwischen Südkopf, Rathaus und Rothenfelder Straße für eine verkehrsberuhigte Einbahnstraße geöffnet werden. Schneider erwartet dadurch mehr Belebung für Handel und Gastronomie.
Er betont: Ihm gehe es um eine langfristige Perspektive. „Wie wollen wir, dass die Porschestraße in Zukunft aussieht? Das ist die Frage, die man ernsthaft und verbindlich, aber auch ohne Denkverbote mit Mietern, Eigentümern und den Anwohnern besprechen muss.“ Er habe mit vielen Geschäftsleuten an der Porschestraße gesprochen und dabei viel Unterstützung für dieses Vorhaben erfahren.
Pavillons müssten weichenDie Pavillons auf der Porschestraße müssten dafür weichen. Einige habe die Stadt bereits gekauft, weitere könnten folgen. Schneider sieht darin Chancen für eine weitere Aufwertung der Porschestraße.
Kurzfristig seien schon jetzt weitere Maßnahmen denkbar: So könnte man Skelett-Tragwerke (Traversen) aufstellen, an denen man beispielsweise Regenschirme aufhänge, die im Sommer Schatten spenden. „2022 wurden sie in Eigenregie eines Einzelhändlers am Nordkopf aufgebaut“, so der Sozialdemokrat. Er würde gerne weitere anschaffen und Einzelhändlern im Sommer „zu günstigen Konditionen anbieten“.
Blaues Band durch die PorschestraßeAußerdem könne er sich ein „blaues Band“ vorstellen: ein Wasserbecken, das sich durch die komplette Porschestraße zieht. Auch das würde für Abkühlung im Sommer sorgen.
Wichtig sei ihm, so Schneider, dass es eine „breite Debatte ohne Denkverbote“ über dieses Thema gebe. Man müsse dabei alle Beteiligten mitnehmen und eine Lösung finden, mit der alle leben könnten.
Der frühere VW-Betriebsrats-Chef Bernd Osterloh unterstützt diese Idee: Osterloh, der seit Jahrzehnten in Wolfsburg lebt, sieht darin eine Chance zur Wiederbelebung der Innenstadt. Sein Fazit: „Die Öffnung der Porschestraße für Autos sorgt für eine Wiederbelebung der Innenstadt.“
Auch Helge Hagedorn (Phoenix-Apotheke) unterstützt die Idee: „Wolfsburg ist eine Autostadt. Schon 1980 hätte man trotz Fußgängerzone noch Platz für Autos gehabt.“
Detmar Leitzke, Rechtsanwalt und Notar a.D., findet die Debatte richtig: „Wir brauchen einen frischen Start an der Porschestraße. Mir gefällt der partizipative Ansatz, alle mitzunehmen. Nach Jahrzehnten von Debatten darf es keine Denkverbote mehr geben.“
Verwaltung und Politik planen derzeit eine „grüne Porschestraße“ mit mehr Aufenthaltsqualität. Individualverkehr soll besonders am Nordkopf reduziert werden, um eine durchgehende Fußgängerzone zu schaffen.