Was auf den ersten Blick nach einer Formalität klingt, hat für Patientinnen und Patienten eine ganz praktische Bedeutung. Denn die Auszeichnung bestätigt, dass Diagnostik, Behandlung und Nachsorge nach klar definierten Qualitätsstandards erfolgen. „Die Zertifizierung ist eine wichtige Bestätigung unserer täglichen Arbeit und unseres Anspruchs, Patientinnen und Patienten mit Gefäßerkrankungen umfassend, sicher und nach überprüften Qualitätsstandards zu behandeln“, sagt Chefarzt Prof. Dr. Tomislav Stojanovic.
Individuelle Therapie
Gerade bei Erkrankungen wie Aortenaneurysmen oder Durchblutungsstörungen der Beine komme es auf Erfahrung, eingespielte Abläufe und die individuell passende Therapie an. Zu den häufigsten Krankheitsbildern gehören verengte oder verschlossene Arterien, Venenerkrankungen sowie krankhafte Erweiterungen der Hauptschlagader, Aortenaneurysmen. Auch Menschen mit der sogenannten Schaufensterkrankheit, der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) profitieren von der spezialisierten Versorgung. Die Erkrankung macht sich oft durch Schmerzen in den Beinen beim Gehen bemerkbar und kann unbehandelt schwerwiegende Folgen haben.
Qualitätssicherung
Ziel der Behandlung ist es, die Beschwerden zu lindern, die Mobilität zu erhalten und Komplikationen möglichst zu vermeiden. Dazu gehören unter anderem schlecht heilende Wunden, Gefäßverschlüsse oder sogar Amputationen. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel verschiedener Fachrichtungen sowie eine engmaschige Betreuung der Betroffenen. Die RAL-Zertifizierung bestätigt genau diese Strukturen. Geprüft werden unter anderem die fachliche Qualifikation, die Organisation der Behandlungsabläufe, die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die kontinuierliche Qualitätssicherung.
„Gefäßerkrankungen sind häufig komplex und betreffen oft ältere oder mehrfach erkrankte Menschen. Umso wichtiger ist eine Versorgung, die fachlich spezialisiert, gut organisiert und zugleich patientennah ist“, erklärt Prof. Dr. Stojanovic. Mit der RAL-Zertifizierung festigt die Gefäßchirurgie im Klinikum Wolfsburg ihre Rolle als wichtiger Anlaufpunkt für Menschen mit Gefäßerkrankungen in der Region. Klinikumsdirektor André Koch betont: „Diese unabhängige Zertifizierung ist weit mehr als eine einfache Auszeichnung. Sie ist eine überzeugende externe Bestätigung für die hohe medizinische Qualität und Behandlungskompetenz unserer Gefäßchirurgie und macht diese deutlich sichtbar.“
Die Gefäßchirurgie im Klinikum Wolfsburg behandelt jährlich rund 1.000 Patientinnen und Patienten. Sie ist eine Spezialklinik für offene und endovaskuläre Gefäßchirurgie. Schwerpunkte sind neben der Behandlung der Schaufensterkrankheit (pAVK) und von Aortenaneurysmen, die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Halsschlagaderverengungen zur Vermeidung von Schlaganfällen sowie die Therapie nach Schlaganfällen - sowohl als Operation als auch mittels Stents.