Es stellt sich also die Frage, wer wird Nachmieter der 1.365 Quadratmeter großen Fläche im Schulze Hof? Gespräche laufen jedenfalls im Hintergrund. Auf Nachfrage bestätigte der Vermieter der Ladenfläche im Schulzen Hof: „Wir können Ihnen mitteilen, dass wir uns in sehr fortgeschrittenen Gesprächen mit einem Nahversorger als Nachfolger für den Rewe-Markt befinden“, teilte Fabien Tronnier, stellvertretender Pressesprecher, für die Volksbank Brawo mit.
Die Volksbank Brawo bat als Vermieter in dieser Angelegenheit noch um etwas Geduld. „Alles Weitere werden wir kurzfristig kommunizieren, sobald wir Konkretes vermelden können“, machte Tronnier deutlich. Welcher Supermarkt es wird, ist also aktuell noch nicht öffentlich.
Als ein möglicher Nachfolger war der Netto Marken-Discount im Gespräch. Das Unternehmen mit Sitz in Maxhütte-Haidhof in Bayern ist seit 2021 eine Tochtergesellschaft von Edeka und bereits mit diversen Filialen im Wolfsburger Stadtgebiet vertreten. Bei einer Anfrage der Redaktion an Netto hieß es im Juli, dass derzeit keine Auskunft zu etwaigen Verhandlungen oder deren Ausgang gegeben werden könne. Netto bot aber an, zu einem späteren Zeitpunkt erneut nachfragen zu können.
Das taten wir. Anfang der Woche hieß es aus der Pressestelle von der Netto Marken-Discount Stiftung & Co. KG: „Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Informationen zu möglichen Aktivitäten an diesem Standort kommunizieren können.“ Das ist kein „Ja“ aber auch kein „Nein“. Also alles wie gehabt.
Für Fallerslebens Ortsbürgermeister André-Georg Schlichting (CDU) ist die Ansiedelung eines neuen Supermarktes ein wichtiges Thema. Bereits Anfang des Jahres, als der Rewe-Rückzug öffentlich wurde, hatte er gegenüber der WAZ festgestellt: „Die Anwohner der Weststadt und vom ganzen Nordring sind auf einen solchen Supermarkt in fußläufiger Entfernung angewiesen.“
Schlichting zeigte sich am Mittwoch in einem Telefonat positiv gestimmt, dass bald die entsprechenden Unterschriften zwischen einem neuen Mieter und dem Vermieter geleistet sind. Etwas Ähnliches hatte der Ortsbürgermeister bereits in seinem monatlichen Infobrief für Oktober mitgeteilt: „In den sozialen Medien ist viel über Spekulationen zur Zukunft des Supermarktes im Schulzen Hof zu lesen. Noch kann ich zwar keine nachhaltigen Informationen zu diesem Thema geben, aber seien Sie versichert, dass es hier eine Lösung geben wird“, schrieb Schlichting.
Wenn öffentlich gemacht wird, welcher Nachfolger sich im Schulzenhof ansiedelt, ist wohl davon auszugehen, dass die Neueröffnung nicht mehr in diesem Jahr stattfinden kann. Sobald Rewe die Türen geschlossen hat, muss das Unternehmen die Ladenfläche zunächst einmal leerräumen.
Anschließend wird der neue Lebensmittelanbieter höchstwahrscheinlich Umbauarbeiten in die Wege leiten, so dass mit einer Neueröffnung nicht vor Anfang 2027, womöglich Januar oder Februar, zu rechnen sein wird. Neben Innen-Arbeiten auf der Supermarktfläche sind des Weiteren auch noch Veränderungen im Außenbereich zumindest denkbar.
Das Einkaufszentrum am Schulzen Hof war vor rund 35 Jahren eröffnet worden. Die überschaubare Anzahl von rund 50 Parkplätzen vor der Tür und die winkelige Zufahrt von der Straße „Am Neuen Tor“ auf das Gelände entsprechen nicht mehr unbedingt den heutigen Ansprüchen.